Moloch München Eine Stadt wird verkauft

Donnersberger-Straße 42

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Titelbild: © Bernhard Henselmann / Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. []

Februar 2005: „Sanierung“ in der Donnersbergerstraße 42. Am 14.2.2005 stürzte die Fassade eines vierstöckigen Wohnhauses in der Donnersbergerstraße 42 in Neuhausen teilweise ein: Teile der Außenwand fielen auf die Straße. Ursache waren die seit November 2004 laufenden Sanierungsarbeiten des Eigentümers, der Firma Terracin Wohnbau GmbH: Angeblich waren im unteren Geschoss diverse Wände entfernt worden. Dadurch brach die Zwischendecke vom dritten in den zweiten Stock durch und brachte die Außenfassade zum Einsturz. Die Außenmauer musste vom Technischen Hilfswerk abgestützt werden. Zum Zeitpunkt des Einsturzes waren elf Bauarbeiter im Haus tätig. Die Mieter der Wohnung im zweiten Stock waren nicht zu Hause. Anwohner sprachen von möglichen laufenden Entmietungen im Wohngebäude. Terracin soll auch schon in der Dreimühlenstraße unter Protesten der Mieter eine Sanierung durchgeführt haben. [1]

Ursachen-Klärung. Experten der LBK schlossen Arbeiten an der benachbarten Tiefgarage oder eine Gasverpuffung als Ursache aus und sahen die Bauarbeiten in der Donnersbergerstraße 42 als Grund für den Fassadeneinsturz. [2]

Mieterbund: Sanierung „ohne Rücksicht auf Verluste“. Für den Mieterbund ist der Teileinsturz kein Wunder bei der Luxussanierung von Altbauten durch neue Eigentümer. Bauleiter würden oft rücksichtslos gegen verbliebene Mieter vorgehen und Vorschriften missachten Die LBK teilte mit, dass man die Baustellen aus personellen Gründen nicht im Auge behalten könne. Zuständiger Bauleiter für die Sanierungsarbeiten in der Donnersbergerstraße 42 war Thomas H., der auch bei dem tödlichen Unfall in der Geyerstraße 22 die Bauleitung hatte. [3]
Vgl.: Geyerstraße 22, Glockenbachviertel

Bauleiter und Statiker beschuldigt. Nach Polizeiangaben werden der Bauleiter Thomas H. und sein Statiker als Beschuldigte geführt. Eine tragende Wand im ersten Stock war entfernt worden, deshalb gab die Decke zum zweiten Stock nach. Der Statiker gab an, tragende Wände mit blauer Farbe als Bestand gekennzeichnet zu haben. Die Bauleitung hatte eine Firma mit den Abrissarbeiten beauftragt, die ihrerseits den Auftrag an ein Subunternehmen aus Bosnien weitergab. Die Terracin Wohnbau GmbH wird kommende Woche einen Teilabriss durchführen: Sieben Meter werden beidseitig der Gebäudeecke abgerissen. Von den 28 Wohn- und Gewerbeeinheiten des Hauses Donnersbergerstraße 42 sind die meisten bereits verkauft. [4] [5]

Neue Fassadenschäden. Im April 2006 brach eine Putzverzierung aus der Fassade. Laut Terracin Wohnbau GmbH war der letzte strenge Winter der Auslöser, der dem Putz Schaden zugefügt habe. Für die Staatsanwaltschaft ist nun die Ursache für den Einsturz geklärt: Eine Mauer war ausgedünnt und nicht durch eine andere ersetzt worden. Das Verfahren gegen den Bauleiter Thomas H. wurde am 10.3.2006 eingestellt. [6] [7]

Fußnoten und Quellen

  1. Näger, Doris, Wohnhaus-Fassade kracht auf die Straße, in SZ 15.2.2005
  2. Näger, Doris, Zu heftig renoviert, in SZ 16.2.2005
  3. Näger, Doris, „Es wird saniert ohne Rücksicht auf Verluste“, in SZ 17.2.2005
  4. Tragende Wand herausgerissen, in SZ 25.2.2005
  5. Hauskrecht, Wolfgang, Kripo prüft Fehler bei Sanierung, in merkur.de 26.4.2005
  6. Schmidt, Wally, Es bröckelt wieder, in SZ 12.4.2006
  7. Bröckelnde Fassade war keine Gefahr, in SZ 21.4.2006
Objekt-Nr. 26750

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