Moloch München Eine Stadt wird verkauft

Zitate zur ­Münchner ­Immobilienwelt

Z
Titelbild: © Wolfgang Zängl / Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. []

Aktualisiert am 25.11.2022
(Im Lauf der Zeit beschränkten sich die Zitate nicht nur auf die Münchner Immobilienwelt.)

Art. 106 der Bayerischen Verfassung: (1) Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung. (2) Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden. (3) Die Wohnung ist für jedermann eine Freistätte und unverletzlich.

1949

Frühe Erkenntnisse von Raymond Chandler. Chandler dachte 1949 über die Verwandlung von Los Angeles nach: „Früher mochte ich diese Stadt. (…) Lange her. Am Wilshire Boulevard waren Bäume. Beverly Hills war eine ländliche Kleinstadt. Westwood war leere Berge, Grundstücke wurden für elfhundert Dollar angeboten – und keine Interessenten. Hollywood war ein paar Holzhäuser auf der Straße zwischen den beiden Städten. Los Angeles war nur ein großer, ausgedörrter, sonniger Ort mit hässlichen, stillosen Häusern, aber gutmütig und friedlich. Es hatte genau das Klima, dem sie heute nachjagen. Die kleinen Klüngel, die sich für Intellektuelle hielten, nannten es das Athen Amerikas. Das ist es nicht, aber es war auch nicht dieser Slum mit Neonbeleuchtung.“ [Chandler, Raymond, The Little Sister, 1949; Die kleine Schwester, Zürich 1975, S. 210]
Und 1958 stand in Playback: „Ein Vorteil dieser Stadt ist, dass die Leute, die hier arbeiten, es sich nicht leisten können, hier zu leben.“ [Chandler, Raymond, Playback, 1958, Zürich 1976, S. 118]

1965 – 1985

Alexander Mitscherlich im Vorwort von Die Unwirtlichkeit unserer Städte: „Dieses Buch gehört zu der in Vergessenheit geratenen Gattung der Pamphlete. (…) Diese Seiten werden vergilben wie Manifeste und Pamphlete vor diesem. Darum widmet es der Autor auch gleich jenen Leuten, die dem Todestrieb unserer Zivilisation mit soviel naiver Emsigkeit und durchtriebener Schläue dienen: den Hausbesitzern in Deutschland und anderswo. Der Blick auf die wachsenden Gebilde, die einstmals Städte waren, zeigt uns, dass sie einem Menschen gleichen, der verzerrt wird durch krebsige Tochtergeschwülste.“ [Mitscherlich, Alexander, Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden, Frankfurt 1965, S. 7f]
Ergänzung der Widmung 2021: Den Investoren, Überplanern, Immobilien-Entwicklern, Immobilien-Schacherern, Baukonzernen, Spekulanten, Wohnungsbaukonzernen, Anlegern in Deutschland und anderswo.

Alexander Mitscherlich: „Wir hatten Anlass, die Zerstörung unserer Städte zu beklagen – und dann die Formen ihres Wiederaufbaus; wir haben gegenwärtig Anlass, die Zerstörung der an die Städte grenzenden Landschaften zu beklagen – und haben wenig Hoffnung, dass diese Schäden wieder gutzumachen sind. Nur weil die Gewohnheit abstumpft, wenn Bäume fallen und Baukräne aufwachsen, wenn Gärten asphaltiert werden, ertragen wir alles so gleichmütig.“ [Mitscherlich, Alexander, Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden, Frankfurt 1965, S. 10]

Am Protest gegen eine von der Stadt geplante Tiefgarage am Johannisplatz machten 1981 viele Künstler mit. Jörg Hube sang eine „Ballade aus dem alten Haidhausen“: „Beim Sterb’n helfen die Spekulanten / Indem sie sich fleißig sanier’n / Die Mieter, die müssen ausziehen/ Und wenn sie nicht wollen: krepier’n!“ [Stäbler, Patrick, Einst Protest, heute ein Fest, in SZ 30.6.2022]

„Ein einziges Spruchband wurde entfaltet, auf dem in roten Lettern stand: „WER HÄUSER ABREISST, BRINGT AUCH MENSCHEN UM.“ Aber als die Abrissbirne endlich zum ersten Schlag ausholte, standen die beiden Mädchen, die das Spruchband hielten, allein am Fuß der Mauer.“ [Fauser, Jörg, Der dritte Weg, 1983; Zürich 2009, S. 243]

„Ich hauste in einer Wohnung im alten Franzosenviertel, auf das die Spekulanten schon ihr Auge richteten…“ [Jörg Fauser, Der Weg nach El Paso, 1985; Zürich 2009, S. 387]

„Der Kopmann wird sich gesagt haben, man muss an allem ein bisschen was mitverdienen, die Grenzen sind ja fließend, zumal in einer Stadt wie München, die der Kunst so zugetan ist, vor allem der Kunst des Geldverdienens.“ [Jörg Fauser, Kant, 1987, Zürich 2009, S. 488]

1990 – 1999

Der damalige Münchner OB Georg Kronawitter: „Die Immobilienspekulation blüht wie nie zuvor. Wer am meisten bezahlt, erhält den Zuschlag. Der Profit erschlägt den Planer!“ [Kronawitter, Georg, Perspektiven und Alternativen für ein München von morgen, in SZ 9.1.1990]

Stadtdirektor Wigand Kahl: „… es kann nicht mehr darum gehen, noch mehr Wirtschaftswachstum anzustreben. Wer Politik für München machen will, muss vielmehr zunächst für mehr Ökologie sorgen, muss (…) das ökologische Gleichgewicht der Stadt wiederherstellen.“ [Zitiert nach: Kronawitter, Georg, Perspektiven und Alternativen für ein München von morgen, in SZ 9.1.1990]

Otto Goedecke, Geschäftsführer vom Regionalen Planungsverband: „Wir müssen uns auch überlegen, wieviel Wachstum die Region noch verträgt, ohne umzukippen.“ [Walser, Otto, Appel, Dieter, Im Ernstfall nicht die Finger verbrennen, in SZ 1.2.1991]

Der spätere Münchner OB Christian Ude stellte 1991 angesichts der Wohnungsmisere fest: „In München kann man sich bald entweder nur Kinder oder eine Wohnung leisten.“ [Der Siegeszug der Saupreißn, in Der Spiegel 31/29.7.1991]

Gottfried Knapp kommentierte die Ära des Münchner Baureferenten Uli Zech von 1978 bis 1992: „Die typische Münchner Mastkur erzeugt keine eleganten, hohen Baukörper, sondern klobige, verfettete Baumassen, die sich als Bollwerke querlegen und den Kreislauf der Stadt schwer belasten – wie der zerlaufene Betonhaufen auf der Theresienhöhe oder der Pfropfen der Versicherungskammer im Lehel.“ [Knapp, Gottfried, Fette Jahre für das Mittelmaß, in SZ 1.2.1992]

Gerhard Bläske anlässlich des Weltwirtschaftsgipfels im Juli 1992 in München: „Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht. Eher schon droht die Stadt an ihrem Erfolg zu ersticken.“ [Bläske, Gerhard, Von der Residenzstadt zur Wirtschaftsmetropole, in SZ 3.7.1992]

OB-Kandidat Christian Ude (SPD) kurz vor der München-Wahl 1993: „Wir müssen alles tun, um neue Flächen auch für die Wirtschaft zu sichern.“ [Wo sparen – wo investieren? In SZ 10.9.1993]

Christian Ude bei der Grundsteinlegung am Meiller-Gelände: „Bei Anlässen wie dem heutigen ist zu spüren, dass es aufwärts geht, dass investiert wird, Optimismus herrscht und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. (…) Wir stehen jetzt am Beginn eines Jahrzehnts, wenn nicht eines noch größeren Zeitraumes, den man fast als eine Art ‚neue Gründerzeit Münchens‘ bezeichnen kann.“ [Haas, Marianne E., Neues Gesicht für das Meiller-Gelände, in SZ 5.4.1994]

Stadtbaurätin Christiane Thalgott zur Münchner Architektur: „Die besten Architekten Münchens bauen überwiegend woanders, von außen kommt fast nichts herein.“ [Knapp, Gottfried, Matzig, Gerhard, Grill, Michael, „Wir müssen auch mal lernen, nein zu sagen“, in SZ 27.6.1996

Alt-OB Georg Kronawitter hatte Anfang der 90er Jahre München mit dem Begriff des „Dampfkessels“ beschrieben und vor „Überhitzung“ gewarnt: „Ich hatte den Mut, mich mit den Bauträgern zu streiten, die meinten, sie könnten alles bestimmen.“ [Dürr, Alfred, Der große Kämpfer für die kleinen Leute, in SZ 21.4.1998]

1997 – 2001

Sabine Csampai, Vorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Münchner Stadtrat: „Freiham wird geplant, aber ich gehe davon aus, dass es niemals realisiert wird.“ [Dürr, Alfred, Auch Grüne machen Front gegen Freiham, in SZ 9.1.1997]

Dr. Karl Hofmann, FDP-Gemeinderat Oberhaching und Sprecher AK „Ökologische Planung in München und München-Land“ vom Bund Naturschutz: „Die Fruchtfolge Landwirtschaft – Kiesgrube – Gewerbepark ist halt verdammt verführerisch.“ [Kellermeier, Martina, „Die Gemeinderäte haben Narrenfreiheit“, in SZ 22.10.1999]

Der Geschäftsführer der zur Schörghuber Gruppe gehörenden Bayerischen Immobilien AG (BIAG), Udo Scheffel, warnt vor zu viel Zubau von Gewerbeflächen: „München erstickt sozusagen am eigenen Erfolg. (…) Es wird mehr gebaut, als sich die Nachfrage entwickeln kann, weil nicht genügend Wohnungen vorhanden sind.“ [Haas, Marianne E., „München erstickt am Erfolg“, in SZ 19.5.2001]

Volker Hofmann, Geschäftsführer von der Baywobau AG, zum Desinteresse der Unternehmer am Mietwohnungsbau: „Die schauen sich die Rentabilität an, dann geht der Daumen nach unten.“ [Hammer, Martin, „Bodenpreise werden weiter steigen“, in SZ 11.7.2001]

2002

Josef Mögele (SPD), BA-Vorsitzender München-Laim, kritisierte die Maximalausnutzung der Grundstücke und Baumfällungen im Stadtteil: „Das oberste Ziel ist der Gewinn, das Gemeinwohl interessiert keinen mehr.“ [Kastner, Bernd, Das Ringen um Bäume und Millionengewinne, in SZ 26.2.2002]

Der geschäftsführende Vorstand des Münchner Verein für Volkswohnungen eG, Hans Reichl, stellte im Mai 2002 fest: „Der private Wohnungsbau ist mittlerweile völlig zum Erliegen gekommen.“ [Habit, Stefan, Letzte Hoffnung Genossenschaft, in SZ 4.5.2002]

Generalkonservator Egon Johannes Greipl vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege: „Leider gibt es jetzt auch immer mehr unter Architekten so eine Art Fastfood-Bauauffassung. Nach der Idee, die Bebauung einer Stadt müsse sich beständig ändern, wird auf Abriss in 20 Jahren gebaut. Wo bleiben da Werte wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung?“ [Hahn, Thomas, „Ein Denkmal ist nicht immer 200 Jahre alt und schön“, in SZ 6.9.2002]

Die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, Anke Fuchs (SPD), äußerte angesichts des hohen Wohnungs-Lehrstandes in den strukturschwachen deutschen Gebieten: „Aufgrund der Marktlage sind wir von unseren einstigen Forderungen abgerückt, bundesweit immer neu zu bauen.“ [Mieten klaffen auseinander, in SZ 18.12.2002]

2004

Rupert Hackl, der Leiter der Münchner Niederlassung von Eurohype, äußerte im Januar 2004 zum Rückzug privater Investoren aus dem Münchner Wohnungsbereich: „Aber Mietwohnungsbau machen nur noch städtische Wohnungsbaugesellschaften.“ [Holzamer, Hans-Herbert, Wenn man setzt, dann auf München, in SZ 2.1.2004]

Stadtbaurätin Christiane Thalgott zum Bau von Gewerbeflächen bei aktuellem Leerstand: „Aber München braucht nicht nur Wohnungen, sondern auch moderne Büroflächen.“ [Göricke, Jutta, Sagen Sie… warum nicht einfach ins Büro ziehen? in SZ 26.3.2004]

Stadtrat Frieder Vogelsgesang (CSU) zur Baumfällaktion in der Frihindorfstraße 8: „Bauen in München ist offenbar derart lukrativ, dass Strafen bewusst in Kauf genommen werden, um freigeräumte Grundstücke sodann optimal auszunutzen.“ [Czeguhn, Jutta, Strafmaß schreckt nicht ausreichend ab, in SZ 26.2.2004]

Rudolf Stürzer, Vorsitzender von Haus + Grund München: „Der frei finanzierte Mietwohnungsbau ist tot! Da braucht man sich nichts vorzumachen.“ [Eder, Christa, Wann erwischt es München? In SZ 21.4.2004]

2008

Alexander Hofmann, Geschäftsführer der Baywobau: „Es wird sehr eng zugehen in München, wir können nicht mehr günstiger bauen.“ [Hepp, Sebastian, „Kleineres Angebot, höhere Preise“, in SZ 16.4.2008]

Stadtbaurätin Elisabeth Merk zum Wohnen in der City: „Nun ist München eine international begehrte Großstadt – niemand muss sich aber vor Luxuswohnungen fürchten.“ [Ruhland, Michael „Wir wollen keine Abschottung“, in SZ 18.6.2008]

Rupert Hackl, Chef der Münchner Niederlassung des Baufinanzierers EuroHypo: „Hohe Mieten können sich die jungen Gutverdiener in München noch leisten. Aber wer etwas kaufen will, muss schon zum Papa laufen und sagen: Bitte gib mir was aus deinem Depot.“ [Fritscher, Otto, Magere Zeiten, in SZ 4.11.2008]

2009

Don Winslow zur südkalifornischen Küste: „Die billigen Eigentumswohnungen, die skrupellose Stadtplaner massenweise auf die Felsklippen setzten, rutschen jetzt tatsächlich in den Ozean, als stünden sie auf Kufen-. Die kleinen Strandorte wuchsen zu großen Strandstädten an, inklusive Vorortsiedlungen, Schulen und endlosen Einkaufsmeilen, in denen es überall denselben Scheiß zu kaufen gibt.“ [Winslow, Don, Pacific Private, Frankfurt 2009, S. 187] – „Hier oben in Oceanside, an den Ufern des San Luis River, haben sich einige der alte Erdbeerfelder hartnäckig gehalten. Dürreperioden, Insektenbefall, Wirtschaftskrisen, Rassismus, ungebremste Modernisierungsprojekte – spielt alles keine Rolle, die Farmer machen weiter. Sie könnten das Land locker für sehr viel mehr verkaufen, als sie mit der Landwirtschaft verdienen, aber auch das spielt keine Rolle. Es ist ihre Lebensart.“ [S. 191]
(Vergleiche SEM Nord, SEM Nordost…)

Stadtbaurätin Elisabeth Merk: zur Bewerbung Münchens um Olympische Winterspiele 2018: „Wir müssen diese Chance nutzen.“ [Dürr, Alfred, „Wir müssen diese Chance nutzen“, in SZ 25.4.2009]

Xaver Kroner, der Verbandsvorstand des VdW Bayern, fordert, zuerst schlechtere ältere Gebäude energiemäßig zu sanieren: „Es kostet viel weniger, aus einem 20-Liter-Haus ein Zehn-Liter-Haus zu machen, als aus einem Zehn-Liter-Haus ein Vier-Liter-Haus.“ [Remien, Andreas, Hepp, Sebastian, „Ein historisches Tief“, in SZ 13.5.2009]

Der Kinderbuchautor Ali Mitgutsch lebte seit 1964 in der Türkenstraße 54 und äußerte zum drohenden Abriss: „Wohlhabende Leute, die sich ja nur zeitweise in den teuren sanierten Appartements in München aufhalten, stellen nicht die Wohnstruktur dar. Sie sind eher ein Krebsgeschwür.“ [Draxel, Ellen, Investoren schütteln den Denkmalschutz ab, in SZ 6.10.2009]

2010

Der Chef des Marktforschungs-Institutes vom IVD-Süd, Stephan Kippes zur Münchner Immobiliensituation: „Wer hier etwas kauft, kann nichts verkehrt machen.“ [Ruhland, Michael, Die Stadt, die uns lieb und teuer ist, in SZ 13.3.2010]

Stadtbaurätin Elisabeth Merk: „Eine große Chance, in Zukunftsmodellen zu denken, bietet uns die Bewerbung für Olympische Winterspiele 2018. Das Olympische Dorf als Plusenergie-Siedlung kann neue Wege für städtebauliche Lösungen aufzeigen. Dies gilt auch für die Mobilität.“ [Dürr, Alfred, Ruhland, Michael, „Wir müssen den innovativen Leuten Raum geben, in SZ 3.4.2010]
Apropos Mobilität zur Erinnerung: Bis München 2018 sollten u. a. fertiggestellt sein: die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München, zwei Tunnels am Ende der A 95 Garmisch-Partenkirchen und anderes mehr.

Architektur-Kritiker Gerhard Matzig in der SZ über den innovationsfreien Wohnungsbau in München: „In einer der wenigen Boomregionen Deutschlands lässt sich auch das Banale leicht zu Geld machen. (…) Denn hier wird man einfach jeden Quadratmeter los.“ [Matzig, Gerhard, Die Klone der Mustermanns, in SZ 13.4.2010]

Der Maklerverband ID über das gentrifizierte Giesing: „Giesing ist in der Aufwertung. Das Viertel driftet klar nach oben.“ [Kastner, Bernd, Aufstieg in die Erste Liga, in SZ 25.9.2010]

2011

Die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk zu Olympischen Spielen 2018 in München: „Olympia 2018 ist für München doch eine Riesenchance. Ich freue mich darauf.“ [Dürr, Alfred, Die Spielraumplanerin, in SZ 25.1.2011]

Elisabeth Merk zur neuen Achse Hauptbahnhof – Laim – Pasing: „Die neuen Quartiere nehmen mit bemerkenswerten Bauten Formen an.“ [Dürr, Alfred, Die Spielraumplanerin, in SZ 25.1.2011]
Die Münchner Kubus-Architektur ist eine abgewandelte Ritter-Sport-Architektur 2.0: quadratisch, praktisch, aber nicht gut.

Der Ökonom Alain Thierstein vom Lehrstuhl für Raumentwicklung an der TU München zur Konkurrenz zwischen den Metropolen und dem Land: „Das ist keine vernünftige Debatte. Der Begriff ländlicher Raum ist ein rein politischer Kampfbegriff. Er ist tot.“ [Stroh, Kassian, „Wachstumsstopp ist eine Illusion“, in SZ 26.8.2011]

2012

Don Winslow zu kalifornischen Immobilien: „Was den frühen portugiesischen Seefahrern die Gewürze, den spanischen Eroberern das Gold, den Plantagenbesitzern von Virginia der Tabak und den afghanischen Warlords das Opium, sind den kalifornischen Unternehmern ihre Immobilien.“ [Winslow, Don, Pacific Paradise, München 2012, S. 275]

Stadtbaurätin Elisabeth Merk zu Hochhäusern in München: „München wird nie eine Hochhausstadt sein. Aber ich wünsche mir an den richtigen Stellen richtig schöne Hochhäuser, die dort als Zeichen für die moderne Stadt stehen.“ [Dürr, Alfred, „Das ist eine historische Chance“, in SZ 9.3.2012]

DMB-Präsident Franz-Georg Rips: „Die Preise für neu abgeschlossene Mietverträge explodieren.“ [Öchsner, Thomas, Mieten steigen drastisch, in SZ 7.12.2012]

Stephan Kippes, Geschäftsführer des IVD: „Der Anstieg der Wohnungsmieten geht in München seit Herbst 2010 ungebrochen weiter.“ [Staudinger, Melanie, Tendenz: unbezahlbar, in SZ 19.12.2012]

2013

Andrea von Grolman war aktiv im Bündnis Bezahlbares Wohnen: „Die Mieter werden entmietet, entrechtet und regelrecht vertrieben.“ [Nicolay, Franziska, Entmietet, entrechtet, vertrieben, in SZ 6.4.2013]

Der Bezirksausschuss 3 Maxvorstadt auf seiner Internetseite: „Es gilt aufzupassen, liebe Maxvorstädter! Die Entmietung zum Zweck der Luxussanierung schreitet in der Innenstadt Münchens unaufhörlich voran. Wann trifft es Sie? … DIE MAXVORSTADT GEHÖRT UNS, NICHT DEN SPEKULANTEN.“ [Kastner, Bernd, Heuschrecke zeigt Zähne, in SZ 12.8.2013]

2014 – 2017:

Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes, zur dauerhaften Umlage von elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Miete: „In manchen Metropolen werden die Mieter regelrecht aus ihren Wohnungen rausmodernisiert. Weil sie sich die erhöhte Miete einfach nicht mehr leisten können.“ [Remien, Andreas, „Der Wind hat sich gedreht“, in SZ 13.6.2014]

Die französische Architektin Anne Lacaton protestiert gegen den Abriss von Gebäuden aus den fünfziger und sechziger Jahren, da diese noch eine lange Nutzungsphase haben: „Es hat keinen Sinn, ein Haus abzureißen, um ein nachhaltigeres dort neu aufzubauen. Durch den Abriss verschwendet man viel Energie und Material.“ [Weissmüller, Laura, „Niemals abreißen!“, in SZ 3.7.2014]

„Wer für alte Häuser eintritt, der wende sich gegen neue. Darum sollten alle Denkmalschützer, alle Sanierer, Fachwerkfans und Altstadtfreunde Neubau ablehnen.“ [Fuhrhop, Daniel, Verbietet das Bauen! Eine Streitschrift, München 2015, S. 156]

Carlo Günther gab beim Goldgrund-Seminar am 5.2.2015 im Gasteig den Makler Dirk von Stahligk und führte in den Makler-Sprech ein: „dreist, superlativistisch, in ganz bestimmten Schemata. Das ist die Sprache des Luftschlossbaus.“ [Handel, Stefan, Luftschlösser bauen, in SZ 4.2.2015]

OB Dieter Reiter zum stetigen Zuwachs in München: „Wir müssen ganz schnell ganz viel und auch günstig bauen.“ [Effern, Heiner, Ganz woanders wohnen, in SZ 4.12.2015]

OB Dieter Reiter äußerte zum Umzug der IBM-Innovationszentrums mit rund 1000 Arbeitsplätzen nach München: „Es ist ausgesprochen zu begrüßen, dass wir unser IT-Cluster dort stärken – und ein weiterer Beweis für die Attraktivität des Standorts, wenn sich trotz unserer schwierigen Bedingungen immer mehr Weltkonzerne für München entscheiden.“ [Riedel, Katja, High-Tech in der Parkstadt, in SZ 9.12.2015]

Monika Schmid-Balzert vom Mieterbund, Landesverband Bayern zu den schikanöse „Modernisierungen“ der GBW AG/Patrizia AG in der Wohnanlage am Seydlitzplatz in Moosach: „Die Mieter sind da ganz schrecklichen Situationen ausgesetzt, das ist völlig untragbar. Ich muss nur leider sagen, wir hatten so etwas befürchtet.“ [Gürkov, Claudia, Burkhart, Maximilian, Kerler, Wolfgang, Mieter am Limit: „Die wollen uns raushaben“, in br.de 12.10.2016]

Stadtplaner Ulrich Schaaf vom Planungsreferat zur riesigen Dimensionierung des Neubaus der Stadtsparkasse am Elisabethmarkt: „Und wir können im Moment gar nicht genug Wohnungen bekommen, deshalb ist das Gebäude auch so groß.“ [Draxel, Ellen, Keine Kompromisse, in SZ 11.3.2017]

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zum Münchner Verkehrsinfarkt: „Das Wachstum der Stadt und die Verkehrsprobleme sind nicht vom Himmel gefallen. Das war schon absehbar.“ [Krügel, Christian, Schubert, Andreas, Zurückbleiben, bitte, in SZ 5.4.2017]

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl zum Ansteigen der Bevölkerungszahlen: „Wir brauchen Wohnraum genauso wie Gewerbeflächen und grüne Freiflächen.“ [Effern, Heiner, Auf dem Weg zum Zweimillionendorf, in SZ 26.4.2017]

Der Vorsitzende der Kreisgruppe München vom Bund Naturschutz, Christian Hierneis zum Bauwahn in München: „Wir haben vor 15 Jahren mal ausgerechnet, dass im Jahr 2050 nur noch der Englische Garten als Grünfläche in München übrig bleibt. Alle behaupten, sie wollen München nicht zubauen, und keiner sagt, wann es zu Ende ist mit dem Bauen. Das muss irgendwann aufhören. Wir brauchen unsere Grünflächen und landwirtschaftliche Flächen dringend für Natur, Klimaschutz, Erholung und regionale Lebensmittel.“ [Anlauf, Thomas, „Wollen wir überhaupt weiter wachsen?“, in SZ 3.5.2017]

Christian Hierneis zur Arbeitsplatz-Politik der Stadt: „Das Problem ist doch: Wir schaffen das Angebot. Die Leute ziehen ja nicht arbeitslos nach München und schauen mal, ob sie hier einen Job finden, sondern sie werden von Jobs hier angezogen. (…) Die Stadt muss aufhören, für sich zu werben und darf keine neuen Gewerbegebiete mehr ausweisen.“ [Anlauf, Thomas, „Wollen wir überhaupt weiter wachsen?“, in SZ 3.5.2017]

Stadtbaurätin Elisabeth Merk zur Diskussion um die Stadtentwicklung: „Wir dürfen den Münchner Grüngürtel eigentlich gar nicht anfassen.“ [Hutter, Dominik, Bis an die Grenzen, in SZ 6.7.2017. Man beachte das Wort eigentlich; WZ]

Der (damalige) SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl sprach sich auf einem Hearing für dichteres Bauen aus: „Wir müssen an die Grenzen dessen gehen, was das Planungsrecht zulässt.“ [Hutter, Dominik, Bis an die Grenzen, in SZ 6.7.2017]

Sonderveröffentlichung der SZ: Der Runde Tisch, Stadt der Zukunft: „Selbst wenn alle sozialversicherungspflichtig-beschäftigten Einwohner Nürnbergs in den Süden übersiedelten – es würde nicht ausreichen, die enorme Gier des Münchner Arbeitsmarktes zu stillen. Rund 300.000 zusätzliche Beschäftigte braucht die Region bis 2030.“ [SZ 18.7.2017]

Für den Architektur-Kritiker der SZ, Gerhard Matzig, besteht das München-Desaster darin, „dass die meisten neueren Wohnviertel, die in den letzten Jahren in München entstanden sind, so armselig schlecht geplant wurden. (…) Kein Wunder: Egal, was gebaut wird – es lässt sich an der Isar im Sekundentakt verkaufen. Sei es auch noch so schäbig. (…) In den dort wie aus großer Höhe abgeworfenen, statt umsichtig situierten Silos der immer gleichen, schuhschachteligen Banal-Machart lebt man nicht; man wird darin nur verwahrt.“ [Matzig, Gerhard, Zwölf Gebote, in SZ 16.8.2017]

Die Vorsitzende vom Mieterverein München, Beate Zurek, plädierte für die komplette Abschaffung der Modernisierungsumlage: „Der Sinn und Zweck, überhaupt zu modernisieren, ist in vielen Fällen schlicht, die alten Mieter loszuwerden.“ [Hoben, Anna, Wenn die Miete um 273 Prozent steigen soll, in SZ 6.2.2018]

Der Geschäftsführer des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München, Christian Breu, zum absehbaren weiteren Wachstum: „Es wird zu wenig gebaut… Wir brauchen neue Flächen.“ [Knoll, Günther, Da hilft nur bauen, in SZ 23.4.2018]

Makler Lukas Sommer von Brandhuber Immobilien zur immer weiteren Ausbreitung der Wohnungssuche: „Der Trend geht dahin, dass die Leute sich in Erding nichts mehr leisten können und weiter nach Ostbayern rausziehen.“ [Hoben, Anna, Und wieder teurer, in SZ 5.6.2018]

BA-Vertreterin Nicola Holtmann (ÖDP) saß 2018 im BA 13 Bogenhausen und lehnte mit CSU und FDP die SEM Nordost erfolgreich ab: „Man muss den Mut haben zu sagen, wir haben jetzt erst einmal genug Arbeitsplätze.“ [Steinbacher, Ulrike, In Grund und Boden geredet, in SZ 14.6.2018]

Alexander Weber, der Vorsitzende der Interessenvereinigung Prinz-Ludwigs-Höhe, äußerte zum drohenden Abriss der Villa an der Linastraße 3: „In München wird heutzutage fast alles genehmigt, was Wohnraum bringt.“ [Wolfram, Jürgen, Streit um alte Villa: erhalten oder neuen Wohnraum schaffen? in sueddeutsche.de 3.7.2018]

Georg Koch, Milchviehhalter in Aubing: „Die Kuh in der Stadt ist eine aussterbende Rasse.“ [Schramm, Simon, Die letzten ihrer Art, in SZ 20.8.2018]

Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) zur „Nachverdichtung“ in Städten, denen die letzten Grünflächen zum Opfer fallen: „Es geht darum, alle Brachflächen, die innerstädtisch noch vorhanden sind, zu nutzen.“ [Fraune, B., Hoefer, C., DPA, in SZ 28.9.2018]

Die Bogenhausener BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser (Grüne) zum Projekt SEM Nordost: „Ich würde mir schon wünschen, dass der OB mal herkommt und sich die Prügel der aufgebrachten Bürger einfängt und danach für seine Ideen wirbt.“ [Steinbacher, Ulrike, Planloses Wachstum, in SZ 23.11.2018]

2019

Beim Forum Lebenswertes München äußerte der Gewässerökologe und Stadtrat Tobias Ruff (ÖDP) zur Situation der Isar unter dem Druck einer übersteigerten Freizeitgesellschaft: „Dieser Stadt ist nichts heilig, nicht mal die Isar.“ – BN-Kreisvorsitzender und MdL Christian Hierneis (Grüne) beklagte das Fehlen einer Strategie zur Eindämmung des Münchner Wachstums: „Im Rathaus denkt man überwiegend in Beton.“ [Wolfram, Jürgen, „Dieser Stadt ist nichts heilig“, in SZ 16.1.2019]

Verkauf des Eggarten-Geländes: Anfrage der grünen Stadtratsfraktion vom 25.3.2019, warum die Stadt die 21 Hektar nicht gekauft hat, sondern CA Immo und Büschl Unternehmensgruppe – und warum der Stadtrat nicht informiert wurde. Antwort von Frau Stadtbaurätin Prof. Dr. (I) Elisabeth Merk vom 17.6.2019 auf die Anfrage der grünen Stadträte vom 25.3.2019: „Das Kommunalreferat teilt mit, dass nach § 4 Ziff. 17 der Geschäftsordnung des Stadtrates dieser über Erwerb, Veräußerung, Tausch und dingliche Belastung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten einschließlich solcher von nicht rechtsfähigen örtlichen Stiftungen mit einem Geschäftswert von mehr als 1 Mio. Euro entscheidet. Daraus ergibt sich, dass der Stadtrat bei der Entscheidung, Flächen nicht zu erwerben, grundsätzlich nicht zu befassen ist.“ [https://www.muenchen-transparent.de/dokumente/5592538; Hervorhebung WZ]

2019

Der oberbayerische BBV-Bezirkspräsident Anton Kreitmair verlangte von der LH München faire Verhandlungen im Fall SEM Nordost: „Wir fordern, das Mittel der SEM ohne Wenn und Aber aufzugeben und stattdessen mit den Landwirten auf Augenhöhe über die Entwicklung des Nordostens zu sprechen.“ [Bauern drohen mit Aufstand, in SZ 5.2.2019]

Bauminister Hans Reichardt (CSU) anlässlich der Bebauung der McGraw-Kaserne in Obergiesing: „Wir schauen uns gerade wirklich jede Fläche an. Wir müssen bauen, bauen, bauen.“ [Grundner, Herbert, „Wir müssen bauen, bauen, bauen“, in SZ 13.2.2019]

Johann Oberfranz (43), SEM Nordost-Betroffener, bewirtschaftet seinen denkmalgeschützten Hof in Daglfing; er hat 60 Hektar landwirtschaftlichen Grund und hat nichts verkauft und will nichts verkaufen: „Wir sind keine Spekulanten.“ [Krass, Sebastian, Stadt, Land, Front, in SZ 16.2.2019]

Maria Eberl bewirtschaftet mit ihrem Mann Thomas den Wiesheu-Hof bei Johanneskirchen. Sie ist SEM Nordost-Betroffene und ärgert sich über alle, die ihnen Spekulantentum unterstellen: „Wir wollen nichts, auch kein Geld.“ [Krass, Sebastian, Stadt, Land, Front, in SZ 16.2.2019]

Der Fraktionssprecher der CSU im Münchner Stadtrat, Manuel Pretzl, verkündete bei einer Podiumsdiskussion zur SEM Nordost: „Dieses Thema ist so verbrannt, dass man hier nicht weiterkommt. Wir brauchen ein anderes Modell, das die Bevölkerung mitnimmt.“ [Effern, Heiner, Hutter, Dominik, Zerrüttete Verhältnisse, in SZ 23.28.2019]

Demokratieverständnis – Investor Ralf Büschl zu Öffentlichkeitsveranstaltungen für neue Bebauungspläne: „Dazu kommt, was ich das fahrende Volk der Neinsager nenne: noch einmal 200 Menschen aus ganz anderen Stadtteilen, die aus Prinzip dagegen sind.“ [Wie kann München Wohnstadt für alle bleiben?, in SZ 18.6.2019]

Stadträtin Heide Rieke (SPD) wurde bei einer Bürgerversammlung wegen ihres Einsatzes zur Bebauung des Eggartens kritisiert und antwortete: „Es ist leicht, gegen Neubau zu sein, wenn man in einem Eigenheim in der Lerchenau wohnt.“ [Sobotta, Jerzy, Der Eggarten ist Chefsache, in SZ 1.10.2019]

2020

„Ein radikaler Wandel ist darum auch beim Bauen nötig: Keiner sollte mehr stolz darauf sein, gebaut zu haben – nach der Flugscham brauchen wir eine Bauscham!“ [Fuhrhop, Daniel, Verbietet das Bauen! Streitschrift gegen Spekulation, Abriss und Flächenfraß, München 2020, S. 13]

Der Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU): „Natürlich müssen wir aufpassen, dass wir die Münchner in der Stadt behalten, die für einen Google- oder einen Apple-Manager das Haus bauen oder in der Kantine das Obst schneiden.“ [Sebastian Krass, Sebastian, Niewel, Gianna, In bester Lage, in SZ 10.3.2020]

Heinz Sedlmeier, LBV: „Die bisherige Baupolitik im Großraum München hat zu einem desaströsen Ergebnis geführt. Die Hälfte des Stadtgebiets ist versiegelt, in den Landkreisgemeinden wuchern die Gewerbegebiete, die Mieten sind  trotzdem unbezahlbar, die biologische Vielfalt sinkt dramatisch, und die Luft hält an manchen Stellen noch nicht einmal die  gesetzlichen Grenzwerte für Luftschadstoffe ein.“  [Sedlmeier, Heinz, Auf Schrumpfkurs – Münchner Gartenstädte, Grünflächen und Biotope, in NaturschutzReport 1/2020, München 15.3.2020]

Volker Rastätter, der Geschäftsführer vom Mieterverein München, zum Dawonia-Konzern (ex GBW AG): „Die Dawonia fällt immer wieder durch ihr mieterunfreundliches Verhalten auf. Wir appellieren an sie, sich endlich wie ein verantwortungsvoller Vermieter zu verhalten.“ [Mühleisen, Stefan, Ausgeliefert, in SZ 31.3.2020]

Dorothee Schiwy, Münchner Sozialreferentin: „Der Verlust von günstigem Wohnraum in Innenstadtlagen verändert Zug um Zug ganze Viertel.“ [Hutter, Dominik, „Das hat drastische Auswirkungen“, in SZ 22.6.2020]

Der neue Leiter der Münchner Stadtplanung, Michael Hardi äußerte zur Wiederaufnahme der SEM: „Ja, ich kann wohl behaupten, dass die Einleitung des SEM-Verfahrens mein Baby ist.“ [Krass, Sebastian, „Wir müssen unseren Platz teilen“, in SZ 5.8.2020]

Der Potsdamer Investor Rolf Elgeti im SZ-Interview über bezahlbaren Wohnraum: „Mehr bezahlbaren Wohnraum für Durchschnittsverdiener gibt es nur über mehr Mietwohnungen. Und die gibt es nur, wenn sich der Neubau für die Investoren rechnet. Also brauchen wir schnellere Genehmigungen, niedrigere Baukosten, weniger Bauvorschriften, mehr Bauland, mehr Spielräume zur Verdichtung der Städte. Salopp gesagt: Wir müssen eben weniger Fledermäuse retten.“ [Den 7er-BMW kann sich auch nicht jeder leisten“, in SZ 7.9.2020]

Der Chef der Stadtplanung, Michael Hardi, zum Abriss der Tierklinik: „Man sollte so etwas nicht leichtfertig wegreißen, insofern finde ich es gut, dass man da jetzt zumindest den Torbogen erhält.“ [Müller, Felix, Anfang, Sophie, Chef-Planer Michael Hardi: „München braucht mehr Freiheit“, in abendzeitung-muenchen.de 11.10.2020]

Der frühere Vorsitzende des BA Obergiesing-Fasangarten, Horst Walter (SPD): „Giesing wird jünger, moderner, attraktiver – und teurer.“ [Grundner, Hubert, Am Bedarf vorbei, in SZ 22.10.2020]

Der Leiter vom Architekturbüro Zaha Hadid in London, Patrik Schumacher, zur Planung im Städtebau: „Es reicht, dass Unternehmer und Investoren über das Angebot in Ruhe nachdenken und es am Markt testen. Behörden haben weder die nötige Information noch ausreichende Anreize für effiziente Entscheidungen. Die sind da völlig überfordert.“ [Hamann, Götz, Jungclaussen, John F., „Wir brauchen Pop-up-Wohnungen“, in Die Zeit 10.12.2020]

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zum Widerstand gegen die SEM Nord: „Der Widerstand wird drei Monate halten, vielleicht sechs, dann wird der erste sagen: Oh, da gibt es ja doch Geld.“ [Krass, Sebastian, Die „SEM“ lebt im Norden wieder auf, in SZ 9.7.2020]

Auf dem Zündapp-Gelände an der Anzinger Str. 23 und 29 wurden keine 515 Wohnungen gebaut, sondern nur Gewerbeflächen. BA-Vorsitzender Alexander Friedrich (SPD): Wenn immer mehr Büros entstehen, wo sollen die Leute wohnen?“ [Gerdom, Ilona, „Wo sollen die Leute wohnen?“ in SZ 15.9.2020]

Die Münchner Stadträtin Brigitte Wolf (Die Linke): „Der aktuelle Mietmarkt ist eine Enteignung der Mieterinnen und Mieter.“ [Draxel, Ellen, Krass, Sebastian, Handfester Mieterschutz, in SZ 3.12.2020]

Der Leiter der Lokalbaukommission, Cornelius Mager äußerte zum Kampf der Bewohner der Breisacherstr. 3 und 7 (mit Hinterhöfen ohne Bäume) gegen die Fällung von drei alten Bäumen im Hinterhof der Breisacherstr. 5: „Es zeigt sich, der Baum in Nachbars Garten ist immer der Schönste.“ [Krass, Sebastian, Stäbler, Frank, Die Zeichen stehen auf Fällung, in SZ 3.12.2020]

ZEIT-Interview mit dem Architekten Patrick Schumacher: „Wenn der freie Markt jetzt seine Kräfte entfalten darf, werden wir bald einen Entdeckungsprozess erleben. (…) Der Wandel ist permanent und zu schnell für Politik und Bürokraten. (…) Wir brauchen Pop-up-Büros und Pop-up-Wohnungen. (…) Es reicht, dass Unternehmer und Investoren über das Angebot nachdenken und es am Markt testen. (…) Die gegenwärtig erzeugte Knappheit des Bodens ist zudem eine politisch erzeugte.“ [Alle Zitate: Hamann, Götz, Jungclaussen, John F., „Wir brauchen Pop-up-Wohnungen“, in Die Zeit 10.12.2020. Schumacher leitet das Architekturbüro Zaha Hadid.]
So kann man es sehen, so ist es aber nicht.

2021

Die emeritierte Professorin für Städtebau an der TUM, Sophie Wolfrum, äußerte zur Entwurfsidee der Promi-Architekten Herzog & de Meuron für die beiden Hochhäuser an der Paketposthalle im Auftrag der Büschl Unternehmensgruppe: „Der Schachzug ‚Big Name‘ wirkt.“ [Krass, Sebastian, Hochfliegende Pläne, in SZ 5.1.2021]

Architekt und Städteplaner Reiner Hofmann ist Kreisvorsitzender des BDA München-Oberbayern und äußerte im Zusammenhang mit den Büschl-Türmen: „Hohe Häuser werfen lange Schatten.“ [Krass, Sebastian, Hochfliegende Pläne, in SZ 5.1.2021]

Der Geschäftsführer Wohnen von Colliers International, Felix von Saucken, über Investitionen in den Immobilienmarkt: „Die großen Pensionskassen, Immobilienfonds, Versicherungen und weitere investieren stark im Bereich Wohnimmobilie. Selbst in einer Krise ist der Mietausfall fast nicht spürbar und Leerstände sind ebenfalls kaum vorhanden.“ [Richter, Sabine, „Das Gold im Depot“, in SZ 30.1.2021]

Sebastian Krass in der SZ zum Investor Ralf Büschl und sein Hochhaus-Projekt an der Paketposthalle: „Wenn Büschl sich durchsetzt, und bisher hat er einen großen Teil des Rathauses hinter sich, könnte er in zehn oder 20 Jahren als einer dastehen der die alte Münchner Diskussion um die 100-Meter-Obergrenze überwunden hat – und der anderen Investoren den Weg freigeboxt hat für ihre Hochhausprojekte.“ [Krass, Sebastian, Er greift zu, wo andere zurückziehen, in SZ 3.2.2021]

Der Münchner OB Dieter Reiter zu René Benko und seiner Signa Holding: „Ihm gehört die halbe Innenstadt, und wir können es nicht aufhalten.“ [Bovensiepen, Nina, Much, Mauritius, Spinrad, Viktoria, Beste Lage, in SZ 8.2.2021]

Leserbrief von Klaus Siersch zu den geplanten Hochhäusern der Büschl Unternehmensgruppe: „München will 2035 klimaneutral sein. Wie soll das gehen mit Tonnen von CO2 emittierenden Riesen aus Stahl, Beton und (wegen Sonnenschutz und Airconditioning) dunklem Glas?“ [Siersch, Klaus, Klima-Wirkung beachten, in SZ 25.2.2021]

Maxi Schafroth in der Fastenpredigt am Nockherberg über OB Dieter Reiter: „Deine Stadt wird immer beliebter, die Mieten explodieren, Immobilienmakler kreisen über den Szenevierteln, da meint man, einem SPDler müssten alle Warnlampen angehen, aber der Dieter ist entspannt.“ [„Markus, Du emotionale Planierraupe“, in sueddeutsche.de 5.3.2021]

Christian Stupka, Gründer der Gima, die von den Investoren CA Immo und der Büschl Unternehmensgruppe mit 1000 Wohnungen an der Bebauung des ökologisch wertvollen Eggartens beteiligt wurde: „Auch der Eggarten bietet große Chancen. Das ist das spannendste Projekt, bei dem ich jemals mitmachen konnte.“ [Hertel, Christina, „Die Stadt muss höher bauen“, in Abendzeitung 1.4.2021]

Die Münchner Sozialreferentin Dorothee Schiwy zum Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes gegen die Verschärfung der Zweckentfremdungssatzung in München: „Es ist leider gängige Praxis, dass im Falle des Abbruchs von Mietwohnungsraum trotz akzeptabler Bausubstanz und gutem Erhaltungszustand, im Neubau Eigentumswohnungen entstehen, die sich nur noch sehr wenige leisten können.“ [Siegert, Myriam, Aus Leerstand wird Luxus, in Abendzeitung 16.4.2021]

Luisa Ropelato, eine der GründerInnen von Architects for Future: „Deutschland braucht keine neuen Gebäude mehr.“ [Knöfel, Ulrike, Wassermann, Andreas, Dunst am Bau, in Der Spiegel 18/30.4.2021]

Der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl hat Kopenhagen lebenswerter gemacht: „“Heute wissen wir: Um das Leben in einer Stadt zu ersticken, gibt es keine effizienteren Mittel als Autos und Wolkenkratzer.“ [Büchse, Nicolas, „So wollen wir leben!“ in Stern 21/20.5.2021]

Karoline Mayer, die Kuratorin der Wiener Ausstellung Boden für alle, zur Bodenspekulation in Österreich: „Das große Problem ist, dass Boden so viel wert ist und viele Leute vom Wert des Bodens profitieren. Österreich hat in den letzten 20 Jahren so viel Ackerfläche verloren, wie das Bundesland Steiermark groß ist. Einfach aus dem Grund, weil sich durch den Verkauf von Boden mehr Geld machen lässt als mit der Ernte.“ [Weismüller, Laura, Die Bodenlosen, in SZ 25.5.2021. Die Steiermark ist rund 16.400 Quadratkilometer groß; WZ]

Investor Ralf Büschl zum neuen Entwurf von Herzog & de Meuron für seine zwei Hochhäuser an der Paketposthalle: „Wenn nach dieser Überarbeitung die Menschen in München unsere Hochhäuser nicht wollen, dann wollen sie eben nicht, dann kann ich auch nichts mehr machen.“ [Krass, Sebastian, „Eine spielerische Erscheinung“, in SZ 9.6.2021]

Der Individualverkehr von Freiham-Nord soll durch die Aubinger Tempo-30-Zone führen, eine der kinderreichsten Gegenden von München. Dazu Robert Adam vom Mobilitätsreferat der Stadt München: „Wenn ich Sie wäre, würde mich das auch stören.“ [Draxel, Ellen, Im Westen wachsen die Sorgen, in SZ 24.6.2021]

Gespräch in der Berliner U-Bahn: „Ich hab eh keine Kohle für Urlaub. Geht alles für die Miete drauf.“ [Neufeld, Dialika, „I feel you, Bro“, in Der Spiegel 26/26.6.2021]

Heinz Sedlmeier, Geschäftsführer des Münchner LBV, zum Arten- und Naturschutz bei Münchner Bauprojekten: „Bis auf Kosmetik ist für uns da aber oft nichts mehr zu machen.“ [Kramer, Lea, Grau frisst Grün, in SZ 29.6.2021]

BN-Kreisgruppenvorsitzender Christian Hierneis zum Druck von Wirtschaft und Zuzug auf die Natur in der Stadt München: „Wir brauchen das Grün nicht nur aus romantischen Gründen.“ [Kramer, Lea, Grau frisst Grün, in SZ 29.6.2021]

Der Vorsitzende des BA Feldmoching-Hasenbergl, Rainer Großmann (CSU) zur Bebauung des Eggartens: „Im Eggarten gibt es eine einzigartige Flora und Fauna, es ist der ideale Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Eine derart massive Bebauung ist hier nicht zu vertreten… Hier wird eine grüne Insel zerstört.“ [Sobotta, Jerzy, Mauer der Ablehnung in SZ 30.6.2021]

Rudolf Nützel von der Münchner Kreisgruppe des BN zur Klimaerwärmung in München: „Es geht darum, einen Anstieg von vier oder fünf Grad zu verhindern, dafür brauchen wir eine gute Verwaltung.“ [Anlauf, Thomas, Effern, Heiner, Baumschutz gegen Wohnungsbau, in SZ 1.7.2021]

Der CSU-Stadtrat und Vorsitzende des BA, Fabian Ewald, verwies auf die vergeblichen Versuche des BA, das Projekt Truderinger Acker auf ein „verträgliches Maß“ zu reduzieren: „Leider ignoriert das Planungsreferat fast alle Forderungen aus dem Stadtteil.“ [Kramer, Lea, Aufruf zum Einspruch, in SZ 25.9.2021]

Jürgen Müller von der Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing-Freiham: „Sind wir nur noch ein Anhängsel von Freiham? Wir haben den Eindruck, dass unsere Stimmen nicht zählen.“ [Draxel, Ellen, Größer denken.. in SZ 16.7.2021]

Sabrina Erlwein von der TUM zum notwendigen Erhalt von Großbäumen: „Bis ein neu gepflanzter Baum die gleiche Klimaleistung hat, vergehen 50 Jahre.“ [Seipel, Christina, Was Bäume leisten, in SZ 25.8.2021]

Reinhard Sachsinger, Mitverfasser eines Schreibens von Bürgerinitiativen an das Planungsreferat: „Die Bürgerbeteiligung in München ist eine Farce [Sobotta, Jerzy, Halb so viel ist mehr als genug, in SZ 10.9.2021]

Wolfgang Czisch vom Münchner Forum und Mitinitiator der Ausstellung „München von oben herab“ fragte in diesem Zusammenhang: „Welches Problem soll in München eigentlich durch Hochhäuser gelöst werden)“ [Dürr, Alfred, Drohender Wildwuchs, in SZ 8.10.2021]

Investor Ralf Büschl griff im Hochhausstreit MdL Robert Brannekämper (CSU) und die Hochhausgegner an: „Bevor diese Querdenker noch mehr Aufregung und Unwahrheiten in unsere Stadt tragen und ein Bürgerbegehren initiieren, könnte ich mir vorstellen, dass der Stadtrat selbst die Zügel in die Hand nimmt und über unsere Planungen und diese Chance für München abstimmen lässt.“ [Krass, Sebastian, Investor will Bürgervotum zu Hochhäusern, in SZ 19.10.2021]

Robert Brannekämper entgegnete: „Wenn jemand die Nerven verliert, dann teilt er eben so aus.“ [Hoben, Anna, Krass, Sebastian, Zwei Türme spalten die Stadt, in SZ 20.10.2021]

Dominik von Achten ist seit 2007 im Vorstand von Heidelberg-Cement und seit 2020 Vorstandsvorsitzender. Auf die Interview-Frage, dass Heidelberg-Cement den CO2-Ausstoß von ganz Österreich habe, antwortete von Achten: „Wenn man es positiv sehen will: Wir können einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung leisten.“ [Busse, Caspar, „Ich fühle mich nicht als Klimasünder“, in SZ 18.10.2021]

Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) zum Neubau des Elisabethmarktes: „Der Elisabethmarkt prägt Schwabing – und Schwabing prägt den Elisabethmarkt.“ [Draxel, Ellen, Ein „Stückchen lebenswerter“, in SZ 19.10.2021]

Klimaschutzbericht 2021 der Bundesregierung, S. 117: „Werden alle direkten und indirekten Emissionen zusammengezählt, ist das Handlungsfeld Gebäude für ca. 40 Prozent der Gesamtemissionen in Deutschland verantwortlich.“

Der Vorsitzende von Haus + Grund München, Rudolf Stürzer, zu den Höchstpreisen des Neubaus Johannisplatz 16 von Legat Living: „Je mehr man zahlt, desto höher sind natürlich auch die Ansprüche der Besitzer.“ [1,1 Millionen für 40 Quadratmeter, in Abendzeitung 29.10.2021]

Bis 2019 waren die Grünen im Münchner Stadtrat wegen der Versiegelung der Äcker gegen die Erweiterung der Siedlung Ludwigsfeld um 2000 Wohnungen. Im November 2021, nunmehr in der grün-roten Koalition, ist die Flächenversiegelung kein ökologisches Problem mehr für den grünen Stadtrat Paul Bickelbacher: „Wenn wir dort bauen, dann dicht.“ [Sobotta, Jerzy, Ludwigsfeld soll größer werden, in SZ 2.11.2021]

Das Mitglied der Bayerischen Ingenieurekammer Bau, Markus Hennecke, empfiehlt den Bau von Gebäuden mit mehreren Nutzungsmöglichkeiten: „Der eleganteste Weg ist, so zu bauen, dass wir das Objekt ohne Abriss anders nutzen können, statt alle 50 Jahre alles neu zu machen.“ [Bettzieche, Jochen, Die Stadt als Goldgrube, in SZ 13.11.2021]

Der BA 16 Ramersdorf-Perlach formulierte zu den diversen Bauvorhaben am Perlacher Pfanzeltplatz seine Kritik am Referat für Stadtplanung und Bauordnung: „Nachdem das Planungsreferat auf keine der bisherigen Anregungen, Anfragen und Forderungen nach einer Gesamtplanung für den alten, historischen und ensemblegeschützten Dorfplatz reagiert hat, sieht sich der Bezirksausschuss nicht mehr in der Lage, auch nur einem Bauvorhaben, das rund um den Platz zur Realisierung geplant wird, zuzustimmen… Wenn schon die Landeshauptstadt München der langfristigen Zerstörung des Platzes zusehen möchte, der Bezirksausschuss wird dies jedenfalls so nicht reaktionslos akzeptieren.“ [Stäbler, Patrik, Auf Konfrontationskurs, in SZ 22.11.2021]

Spiegel-Redakteur Markus Deggerich zum „Wohn-Labor“ Berlin: „Boden ist das Berliner Gold.“ [Deggerich, Markus, Im Häuserkampf, in Der Spiegel, Chronik 2021, S. 80]
Boden ist auch das Münchner Gold, Hamburger Gold, Frankfurter Gold, Düsseldorfer Gold …

Michael Wicke von Architects for Future im Spiegel-Interview: „Es muss klar sein: Je länger ein Gebäude steht, desto besser.“ – Einfamilienhäuser sind „besondere Klimakiller, sozusagen die SUV unter den Gebäuden.“ [„Einfamilienhäuser sind Klimakiller“, in Der Spiegel 49/4.12.2021]

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Herbst 2021 das Vorkaufsrecht der Kommunen stark eingeschränkt. Jörg Hoffmann, der Münchner FDP-Vorsitzende im Stadtrat, verkündete dazu: „Ich finde das Urteil gut.“ [Krass, Sebastian, Verzicht auf Vorkaufsrechte, in SZ 8.12.2021]

Peter Schönhofen, Geschäftsführer bei Kare, zum Niedergang der Sendlinger Straße: „Was die Originalität angeht, hat sich die Gegend zum Negativen verändert. Es gibt kaum noch gewachsene Betriebe, stattdessen Ketten.“ [Hoffmann, Catherine, Leere Flächen, hohe Mieten, in SZ 28.12.2021]

2022:

Der Eggarten (CA Immo, Büschl Unternehmensgruppe, GIMA, 2000 Wohnungen) wurde nicht in die neue Liste Münchner Schutzgebiete aufgenommen. Stadtrat Dirk Höpner (München-Liste) äußerte dazu: „Wir nennen das das Investorenschutzgebiet.“ [Anlauf, Thomas, Krass, Sebastian, Wo die Natur sich die Stadt zurückerobert, in SZ 13.1.2022]

SZ-Autorin Ulrike Steinbacher zur Bausituation in München: „Ob es um Gewinnstreben oder sozialen Wohnungsbau geht: Grün raus, Beton rein ist seit Jahren die Devise auf dem Münchner Immobilienmarkt.“ [Steinbacher Ulrike, Garten statt Beton, in SZ 13.1.2022]

Klaus Dittrich, Chef der Messe München, kritisierte bei der Jahrespressekonferenz die Kritik an der IAA: „Angesichts der unbezahlbaren Werbung für die Stadt ist die Diskussion, ob der Rasen auf dem Königsplatz kaputtgemacht wurde, schon sehr kleinlich.“ [Hoffmann, Catherine, In die nächste Etappe, in SZ 14.1.2022]

DIW-Ökonom Konstantin Kholodilin zum Verhältnis von Kaufpreis zur Miete, also zur Rendite: „Je weiter sich der Kaufpreis von den Mieten entfernt, desto gefährlicher.“ [Nienhaus, Lisa, Pletter, Roman, Gefährlich teuer, in Die Zeit 20.1.2022]

Der ehemalige Stadtkämmerer Max von Heckel (SPD) kritisierte auf einer Veranstaltung zu Hochhäusern die auf Investoren fixierte Münchner Stadtpolitik: „Nachdem die sich in Berlin, Paris und London ausgetobt haben, suchen sie sich bei uns ein neues Betätigungsfeld.“ [Wolfram, Jürgen, Der Drang in die Höhe ist unübersehbar, in SZ 28.1.2022]

Der Quartiersrat einer Baugemeinschaft, Sascha Straub, berichtete vom Prinz-Eugen-Park: „Ich habe momentan aber das Gefühl, je mehr Menschen herziehen, desto weniger Infrastruktur gibt es.“ [Kramer, Lea, Lücken in der Infrastruktur, in SZ 7.2.2022]

Thomas Auer, Professor für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen an der TUM, im SZ-Interview über Hochhäuser: „Wenn es in großen Hochhäusern von über 100 Metern Höhe eine Batterie mit acht Aufzügen und mehr im Inneren gibt, dann ist es erschreckend, wie wenig nutzbare Fläche um diesen Erschließungskern herum noch bleibt. Je höher man geht, desto ineffizienter wird die Geschossfläche. (…) Was tragen Hochhäuser zur Nachhaltigkeit bei? Und da muss ich sagen: nichts.“ [Krass, Sebastian, 60 Meter – „ein gutes Maß“, in SZ 15.2.2022]

Klimaneutrale Bauten – die CO2-Illusion: „Jede verbaute Tonne Zement verursacht im Schnitt 0,8 Tonnen CO2-Äquivalente, die gängige Einheit für Treibhausgase. Für jede Tonne Rohstahl sind es 1,37 Tonnen Treibhausgase, für jeden Kubikmeter Ziegel 0,5 Tonnen.“ [Kollenbroich, Philipp, Schaible, Jonas, Bauen, bauen, bauen, in Der Spiegel 8/19.2.2022]

Architektin Elisabeth Broermann fordert einen Baustopp für Deutschland: „Das neue Bauen heißt: nicht mehr neu bauen. Die Zukunft des Bauens liegt im Bestand. Vorhandene Gebäude müssen ökologisch sinnvoll energetisch saniert und möglichst lange, flexibel genutzt werden, so dass nur noch in absoluten Ausnahmefällen überhaupt neu gebaut werden muss. Deutschland ist fertig gebaut.“ [https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/sonderveroeffentlichungen/2021/bauen-von-morgen-dl.pdf?__blob=publicationFile&v=2]

Künstler Wolfgang Flatz zur Vertreibung der Künstler aus München in die Peripherie: „Empört euch, lasst nicht zu, dass dieser Raubtierkapitalismus das gesellschaftliche Klima vergiftet.“ [von Steinburg, Eva, Flatz kämpft um Atelier auf der Praterinsel, in Abendzeitung 8.3.2022]

Das 1935 gebaute Haus in der Halbreiterstraße 6 in Solln wird abgerissen. Der Bauträger äußerte dazu: „Die Landeshauptstadt München strebt dringend die Schaffung von mehr Wohnraum für ihre Bürger an. Die geplante Maßnahme entspricht damit voll und ganz dem öffentlichen Interesse.“ [Heßlinger, Marie, Ein Stückerl Gartenstadt weniger, in Abendzeitung 8.3.2022]

Die Baumsachverständige Daniela Antoni sieht diverse Gründe für den Schwund alter Bäume: grobe Fehler bei der Baumpflege, Ignorierung des Baum- und Artenschutzes auf Baustellen, Austausch von Gartenbäumen durch Schottergärten, etc. „Die Leute wissen gar nicht mehr, was sie an den Bäumen haben. Jeder große Stadtbaum verbessert das Wohlbefinden erheblich, auch für den Nachbarn und sogar für das ganze Viertel.“ [„Kein Grund für die Axt“, in Der Spiegel 16/18.4.2022]

Denkmalschutz in NRW geschwächt. Künftig sollen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen trotz immenser Proteste im Vorfeld die Gemeinden entscheiden können, ob historische Baudenkmäler saniert oder abgerissen werden sollen. Das Gesetz tritt zum 1.6.2022 in Kraft. Zur Schwächung des Denkmalschutzes in Nordrhein-Westfalen äußerte Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: „Wenn man abreißt und neu baut, dauert es 125 Jahre, bis sich ein Neubau amortisiert.“ [Weissmüller, Laura, Denkt mal, in SZ 19.4.2022]

Der afrikanische Architekt und Pritzker-Preisträger Francis Keré: „Wenn alle so bauen würden wie der Westen, wäre die Erde morgen kaputt.“ [Petter, Jan, „Wenn alle so bauen würden wie der Westen, wäre die Erde morgen kaputt“, spiegel.de 7.5.2022]

Der Vorsitzende des Münchner Gutachterausschusses und Leiter des Städtischen Bewertungsamts, Albert Fittkau, zur unaufhörlichen Preisspirale auf dem Münchner Wohnungsmarkt: „Wenn es so weitergeht, ist bald keine Wohnung mehr unter einer Million Euro zu haben.“ [Naujokat, Anita, Bald nichts mehr unter einer Million, in SZ 28.4.2022]

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, Johannes Kreißig, plädiert für einen reduzierten Einsatz von Beton und Zement: „Beton und Zement sollten in Zukunft nur noch dort eingesetzt werden, wo man ihn wirklich braucht, etwa beim Bau von Autobahnbrücken. Wohngebäude zu betonieren, ist der falsche Weg.“ [Liebrich, Silvia, Auf sicherem Fundament, in SZ 4.5.2022]

Stadtrat Tobias Ruff (ÖDP) ist am Bündnis Grünflächen erhalten – München mit Bedacht gestalten beteiligt: „Wir müssen aufhören, den Wohnungsbau gegen den Grünflächenerhalt auszuspielen.“ [Anlauf, Thomas, Unterschriften für eine grüne Stadt, in SZ 5.5.2022]

Laut dem Präsidenten des HDB, Peter Hübner, werden 2022 in Deutschland wegen Materialmangel, Preissteigerungen und dem Ukraine-Krieg maximal 320.000 Wohnungen gebaut: „Wir wollen bauen, wir sollen bauen, aber wir können nicht bauen.“ [„Wir wollen bauen, wir sollen bauen, aber wir können nicht bauen“, in spiegel.de 18.5.2022]

Der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild, äußerte zum Berliner Wohnungsbau, der vor allem von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften getragen wird: „Für die private Wohnungswirtschaft stimmen die Gewinnerwartungen des sozialen Wohnungsbaus nicht.“ [Heidtmann, Jan, Giffeys Miet-Idee kommt nicht gut an, in SZ 31.5.2022]

Die Architektin Angelika Schervier äußerte zur drohenden Bebauung der Erdbeerwiese: „Die Situation in Obermenzing kennt jeder. Wir haben keinen Bebauungsplan, überall fallen Bäume – und jetzt soll auch noch die letzte große grüne Fläche weichen? Wie wollen wir das den Kindern erklären, die für Fridays for Future auf die Straße gehen?“ [Draxel, Ellen, Streit um die Erdbeerwiese, in SZ 3.6.2022]

Gerhard Bergner von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberfranken: „Je häufiger gemäht wird, umso schlechter ist es für die Insekten.“ [DPA, Die Stadt als Insektenparadies, in SZ 8.6.2022]

Immobilienexperte Stephan Kippes vom IVD-Süd zur Wohnungssituation in München: „Wenn man die Probleme in München lösen will, muss man bereit sein, in der Fläche was zu verbessern. Damit tut man ganz Bayern was Gutes.“ [Kastner, Bernd, „Wir sind nicht gut“, in SZ 15.6.2022]

Der Erdinger Makler Florian Brandhuber zu den Zinssteigerungen für Baukredite: „Wer sich bei 0,8 Prozent Zinsen für einen Baukredit das Haus noch leisten konnte, kann jetzt nicht mehr kaufen.“ [Kampwerth, Karin, „Nicht mehr jedes Haus zu jedem Preis“, in SZ 28.6.2022]

Das „Bürgergutachten“ zum Paketposthallen-Areal monierte fehlende Grünflächen. Dazu Architekt Jacques Herzog: „Das Ganze hat immer ein Preisschild. Die Rechnung muss am Ende für den Investor aufgehen, und daraus entstehen Vorgaben für uns. (…) Mit den Vorgaben, die wir haben, wäre mehr Grün nur über eine noch größere Verdichtung in die Höhe möglich.“ [Alle Zitate: Weissmüller, Laura, Krass, Sebastian, „Das Ganze hat immer ein Preisschild“, in SZ 1.7.2022]

Der Münchner Verkehrsplaner Karlheinz Rößler zur Kostenexplosion der zweiten S-Bahn-Stammstrecke: Die jetzt genannten Baukosten von 7,2 Milliarden Euro „sind ein stolzer Betrag für die nur zehn Kilometer lange Strecke, von der sieben Kilometer im Tunnel verlaufen sollen: 720 Millionen Euro pro Streckenkilometer. Da ist selbst Stuttgart 21 mit rund 60 Kilometer Streckenlänge fast ein ‚Schnäppchen‘, selbst wenn dieser Unsinn am Ende zehn Milliarden Euro kosten wird, also rund 170 Millionen Euro pro Kilometer … Für andere Projekte zur Verbesserung des Schienenverkehrs bleibt in ganz Bayern kein Geld mehr übrig, alles verschlingt das große Loch in München.“ [Karlheinz Rößler, Geldverschwendungsorgie, Leserbrief in SZ 5.7.2022]
Alles verschlingt der Moloch München.

Der Vorsitzende der IG Bauen, Agrar- Umwelt, Robert Feiger: „Der Bestand an Sozialwohnungen schmilzt regelrecht weg,“ [Radomsky, Stephan, „Wir stecken in einem Dilemma“, in SZ 16.7.2022]

MdL Robert Brannekämper (CSU), Mitinitiator von HochhausSTOP, hat kein Vertrauen in das Referat für Stadtplanung und Bauordnung und stellte bei der AZ-Hochhausdebatte am 18.7.2022 fest: „Das Problem ist, dass in dieser Stadt die Investoren planen.“ [Hertel, Christina, Mehr Türme in München? So lief die große AZ-Debatte, in abendzeitung-muenchen.de 19.7.2022]

Der Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum, Günter Vornholz, zog aus der Verdreifachung der Baukredit-Zinsen den Schluss: „Meiner Meinung nach ist die Party an den Immobilienmärkten erst einmal für geraume Zeit vorbei.“ [Öchsner, Thomas, Platzt der Traum vom Haus? in SZ 30.7.2022]

Mathias Pfeil, der Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalschutz, äußerte zu den geplanten Büschl-Hochhäusern an der Paketposthalle: „Aus Sicht des Denkmalschutzes spricht gegen Hochhäuser an diesem Standort die Nähe zu Nymphenburg. Dort gibt es noch ein relativ ungestörtes barockes Ensemble, das hat auch einen emotionalen Aspekt. Und die Sichtachse in Richtung Stadt würde durch die Türme gestört.“ [Scherf, Martina, „Einfach muss nicht billig‘ bedeuten“, in SZ 6.8.2022]

Die Geschäftsführerin Lea Finckh zum Schwabinger Projekt  Farinellistraße 10 und 12 sowie Friedrich-Loy-Straße der Herecon Unternehmensgruppe:  „Wir sind keine Heuschrecke, wir sind aus der Region Bernau am Chiemsee.“ [Draxel, Ellen, Kaum gekauft, schon wieder angeboten, in SZ 17.8.2022]

Das Mitglied des Haushaltsausschusses der Hamburger Bürgerschaft, Markus Schreiber (SPD),zum Hamburger Elbtower-Projekt von Signa: „Signa muss endlich seine Kalkulation darlegen. Hamburg darf nicht zum Spielball eines unlauteren Investors werden.“ [Elbtower wird teurer als erwartet, in Der Spiegel 34/20.8.2022]

Der Biologe Prof. Jens Rolff von der FU Berlin: „Wenn Wiesen nur zweimal im Jahr gemäht werden, kommt das vor allem Wildbienen, Schmetterlingen und Wanzen zugute.“ [DPA, Seltenes Mähen nützt den Insekten, in SZ 12.9.2022]

Der Filmregisseur Edgar Reitz („Heimat“) hat ein Haus am Englischen Garten in Schwabing, in dem er seit 35 Jahren lebt: „Es gibt immer mehr Nachbarn, die wir überhaupt nicht kennen, irgendwelche Investoren. Und es gibt Häuser, die aufwendig restauriert wurden, aber in denen kein Mensch lebt.“ [Becker, Tobias, Beier, Lars-Olav, „Unendliches Erzählen – das ist mein Ideal“, in Der Spiegel 37/10.9.2022]

Stadträtin Anna Hanusch (Grüne) zum geplanten Bau eines Münchner Investors, der in einem Gewerbekomplex an der Dachauer-/Maßmannstraße keine Wohnungen plant: Die Stadt habe „keine baurechtlichen Möglichkeit, Wohnungen vorzuschreiben. Wenn es ohne Wohnen bleibt, ist das zur Kenntnis zu nehmen.“ [Krass, Sebastian, Neubau ganz ohne Wohnraum. in SZ 5.10.2022]

Karin Schmid, TU-Professorin, Gesellschafterin des Büro 03arch und Mitverfasserin der neuen Hochhausstudie der Stadt München: „Das Stadtbild gehört uns allen.“ [Krass, Sebastian, „Sehr hoch nur im Ausnahmefall“, in SZ 25.10.2022]
Ob Frau Schmid das wohl selbst glaubt?

MdL Sebastian Körber (FDP), zum Debakel der zweiten Stammstrecke in München und zur Informationspolitik der bayerischen Staatsregierung: „Das Parlament wurde offenkundig belogen.“ [Ott, Klaus, Chronologie der Versäumnisse, in SZ 5.11.2022]

Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund zu den Wohnungs-Modernisierungen: „Viele Modernisierungen sind vor allem von der Rendite getrieben.“ [Radomsky, Stephan, Haus saniert, Mieter frustriert, in SZ 12.11.2022]

Auf der Hauptversammlung der LEG im Mai 2022 äußerte der Vorsitzende Lars von Lackum zur energetischen Sanierung: „Selbstverständlich muss sich eine solche Investition lohnen.“ [Radomsky, Stephan, Haus saniert, Mieter frustriert, in SZ 12.11.2022]

Der Münchner Rechtsanwalt Wolfram Theiss zur Erhöhung der Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer zum 1.1.2023: „Dass der Staat die Bewertung zwischen Tür und Angel so drastisch erhöht, fast heimlich, deutet eher darauf hin, dass er damit seine Kasse füllen will.“ [Freiberger, Harald, Hilfe, ich erbe ein Haus, in SZ 14.11.2022]

Moloch München Eine Stadt wird verkauft

Nicht angemeldet > Anmelden