Moloch München Eine Stadt wird verkauft

Neue Messe

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Titelbild: © Oswald Baumeister / Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. []

Aktualisiert 3.9.2022

Neue Messe heute: „Die Messestadt Riem ist ein Stadtviertel im Osten Münchens. Die Messestadt Riem, Teil des Stadtbezirks 15 Trudering-Riem, befindet sich komplett auf dem Gelände des 1992 stillgelegten Flughafens München-Riem und beherbergt heute neben einem Wohnviertel für 16.000 Menschen zahlreiche Bürogebäude sowie die Neue Messe München und das Einkaufszentrum Riem Arcaden.“ (Aus Wikipedia, abgerufen 13.3.2021)

August 1985: Verlegung der Messe. Bis 1994 soll die Messe München von der Theresienhöhe auf das ehemalige Riemer Flughafengelände verlegt werden. Neben Riem sind noch die Standorte Freiham, Pasing-West, Langwied, Lerchenau, Johanneskirchen, Unterföhring und Dornach im Gespräch. In Riem sind nach Messe-Hauptgeschäftsführer Werner Marzin 80 Hektar „greifbar“. Das Riemer Areal mit je 140 Hektar für Gewerbe-, Wohn- und Grünflächen müsste dann neu geplant werden. Der erste Bauabschnitt soll Hallen mit 130.000 qm betreffen, der zweite drei Jahre später weitere 30.000qm. Marzin verwies auf die Konkurrenten Düsseldorf (154.000 qm), Köln (220.000 qm), Frankfurt (268.000 qm). [1] Das bayerische Kabinett sprach sich 1986 für den Standort Riem aus. [2]
Ein beliebtes Spiel, die Konkurrenz zu bemühen. Die Möglichkeit, dass München als Alternative auch den Messestandort aufgeben hätte können, wurde nie in Erwägung gezogen.

November 1993: Neu-Riem mit 2500 Wohnungen. Der Wettbewerb für den neuen Stadtteil Neu-Riem wurde im November 1993 entschieden. Die Planungsvorgabe lautete u. a. auf 2500 Wohnungen, die laut Stadtbaurätin Christiane Thalgott gut zu überbieten sei. [3]

Juni 1994: Hat sich die Bayerische Landesbank verspekuliert? Die Regierung von Oberbayern billigte den Vertrag zwischen der Stadt und dem Maßnahmenträger Messe München-Riem GmbH (MRG) nicht. Die Bayerische Landesbank könnte das freuen, da sie sich vermutlich mit dem Projekt Messe Riem verspekuliert hat. Riem-Experte Hans Podiuk (CSU) griff die Stadtspitze an, die keinerlei Infos herausgegeben hatte. Hep Monatzeder (Grüne) kritisierte die unbekannten Honorarforderungen und Renditen. OB Christian Ude sprach davon, dass der neue Stadtrat nun in der Wahl von Maßnahmeträgern frei sei. Die Bayerische Landesbank signalisierte umgehend neue Verhandlungen. [4]
Der Hypo Alpe Adria-Skandal, den die Bayerische Landesbank nur durch einen Zehn-Milliarden-Kredit der Staatsregierung überstand – und zum unverantwortlichen Verkauf der GBW-Wohnungen unter Finanzminister Markus Söder (CSU) führte) -, kam erst viel später.

Juni 1994: Alte Messe, neue Messe. 1964 wurde die „Münchner Messe- und Ausstellungsgesellschaft“ (heute: Messe München GmbH) gegründet. Die alten Messegebäude auf der Theresienhöhe hatten nach Aus- und Umbauten etwa 105.000 qm. Nun soll die Messe wegen Platzmangel nach Riem umziehen. Dort ist die erste Ausbaustufe mit 2,3 Milliarden DM und 140.000 qm geplant, der zweite Ausbau erweitert auf 200.000 qm. [5] Im Frühsommer 1998 soll die neue Messe eröffnen. Die Verkehrserschließung ist mangelhaft. Der Freistaat will einen kreuzungsfreien Ausbau des Mittleren Rings, für die Stadt stellt dies aber keine lokale Lösung dar. [6]

Neu-Riem. Hier sollen 7000 Wohnungen und 13.000 Arbeitsplätze entstehen. Streit zwischen der Stadt und der Regierung von Oberbayern gab es über die Erschließung mit einer zweispurigen Straße parallel zur A 94: CSU und Grüne waren gegen diesen Straßenneubau. Der neue Fraktionsvorsitzende der CSU, Hans Podiuk, betonte, dass Neu-Riem nur verwirklicht werden könne, wenn der Leuchtenberg-Tunnel am Mittleren Ring gebaut würde. [7]

Bürgerentscheid gegen Messeumzug geplant. Die nächste Kommunalwahl wird am 10.3.1996 stattfinden. Am 7.3.1995 nahm der Wahlparteitag der Münchner Grünen einen Antrag an, zusammen mit anderen Öko-Gruppen einen Trägerverein mit der Aufgabe zu gründen, einen Bürgerentscheid gegen den Messeumzug zu organisieren. Die neue Messe wäre ein unkalkulierbares finanzielles Risiko und würde das Verkehrsnetz überfordern. (Die Regierung von Oberbayern hat wegen fehlender Straßen nur einen Teil der neuen Messe genehmigt.) Die Grünen möchten in Riem an Stelle der neuen Messe etwa 10.000 statt der geplanten 6000 Wohnungen. [8]
Der Bürgerentscheid wäre im Herbst 1995 möglich; die Kommunalwahl wird am 10.3.1996 abgehalten.

Januar 1996: Neu-Riem wächst. OB Christian Ude berichtete euphorisch von 51 Baukränen, die er auf den Riemer Baustellen Messe, Messestadt und U-Bahn gezählt habe. In Richtung der Grünen stellte er fest, man müsse „ein rechter Clown“ sein, wer die neue Messe noch stoppen wolle. Die „Messestadt Riem“ wird 16.000 Einwohner und 13.000 Arbeitsplätze haben. Kaufinteressenten für dortige Grundstücke sollten sich bis 22.1.1996 beim Planungsreferat melden. Im „Münchner Modell“ sollen mindestens 30 Prozent der Wohnungen für die mittleren Einkommen gebaut werden: Der Grundstückspreis wird auf 650 DM pro Quadratmeter plus 150 DM Erschließungskosten heruntersubventioniert. [9]

August 1996: Darlehen statt Leasing. Der frühere OB Georg Kronawitter hatte mit dem damaligen Ministerpräsidenten Max Streibl (CSU) eine Leasing-Vereinbarung getroffen: Investoren sollten die 2,3 Milliarden DM aufbringen, und die Stadt retourniert über 20 Jahre mit Leasingraten. Finanzminister Erwin Huber kippte die Vereinbarung und wollte die Bausumme über Darlehen finanzieren. Die Stadt hob nun das der alten Messe auf der Theresienhöhe erteilte Erbbaurecht auf; die Stadt müsste in zwei Jahren die Restbuchwerte von 172 Millionen DM an die Messe überweisen; der Freistaat reduziert diese Summe um 35 Millionen DM. Für die Stadtrats-Grünen war dies ein Bruch des Koalitionsvertrages, für OB Ude die Rettung, da ein jahrelanger Prozess gegen den Freistaat entfiel. [10]

November 1996: Neue Messe wird 1998 eröffnet. Das neue Messegelände mit 150.000 qm soll am 12.2.1998 eröffnet werden. Der erste Bauabschnitt umfasst zwölf Messehallen, die zum Internationalen Congress Centrum München (ICM) gehören. Träger sind die Messe München, der Freistaat und die LH München. Laut OB Christian Ude wirke die neue Messe wie ein riesiges Konjunkturprogramm mit vielen neuen Arbeitsplätzen, außerdem werde die Wettbewerbsfähigkeit des Messestandorts München gesichert. Die Messestadt Riem soll künftig 16.000 Einwohner und 13.000 Arbeitsplätze haben. Im ersten Bauabschnitt sollen 7500 Wohnungen bis zum Jahr 2002 entstehen. [2]
Da ist es wieder, dieses unselige Junktim: Man baut für die neuen Arbeitsplätze die dafür nötigen Wohnungen, ein Nullsummenspiel für die Wohnungsnot in der Stadt.

Von Werner Marzin zu Manfred Wutzlhofer. Der neue Messe-Chef Manfred Wutzlhofer war von 1978 bis 1984 persönlicher Referent des früheren OB Erich Kiesl (CSU) und seit Ende 1995 Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München. Auf die Interview-Frage, dass die 140.000 qm der Neuen Messe eines der kleinsten deutschen Messegelände sind, antwortete Wutzlhofer, die Messe habe ihre Gesellschafter von Anbeginn hingewiesen, dass ein höherer Bedarf nötig und die jetzige Größe ein Finanzierungskompromiss sei. [11]

Krise der Bauwirtschaft. Der erste Bauabschnitt mit 140.000 qm soll, wie anfangs erwähnt, im zweiten Bauabschnitt auf 200.000 qm erweitert werden. Die aktuelle Rezession in der deutschen Bauindustrie führte zu harter Konkurrenz. Ortsansässige Baufirmen fürchteten um Auftragsverluste durch ausländische Dumpingfirmen und Billigarbeiter aus Ost- und Südeuropa. 360 Aufträge in Höhe von 1,3 Milliarden DM wurden bis dato durch die Messebaugesellschaft vergeben; 80 Prozent der Aufträge bzw. 55 Prozent des Bauvolumens wurden an mittelständische Firmen vergeben, davon 75 Prozent des Gesamtvolumens an bayerische Firmen. [12]

Riemer Retortenstadt. Die MRG Maßnahmeträger München-Riem GmbH ist von der LH München mit den Bebauungsplänen für das 560 Hektar große Gelände beauftragt worden. Geschäftsführer waren Franz Aichele und Hartmut Danz. (Danz war Vorstand der GBW AG.) Bis Ende 1998 sollen 900 von 7000 Wohnungen fertig sein, der neue Friedhof bis 1999. Über sechs Kilometer Straßen wurden gebaut: mit Bordsteinen aus China, wie die MRG-Vertreter erklärten, da diese trotz des Transportes bei Weitem am billigsten waren. [13]

August 1997: Schub für neue Messe. Die Kosten für die neue Messe München GmbH in Riem sind aus externen Gründen von 2,3 auf zwei Milliarden DM gesunken. Geschäftsführer Manfred Wutzlhofer will bis zum Jahr 2000 ein Umsatzplus von 50 Prozent auf über 300 Millionen DM steigern. Die neue Messe soll am 12.2.1998 öffnen. Der 1. Bauabschnitt hat eine Hallenfläche von 150.000 qm und 280.000 qm Freifläche. Das Kongresszentrum, das im Oktober 1998 fertig wird, kann 6500 Besucher aufnehmen. [14]

Messe-Eröffnung. Am 12.3.1998 eröffnete Bundespräsident Roman Herzog mit 5000 Gästen die neue Messe. Die Kosten von etwa 2,1 Milliarden DM werden mit 1,3 Milliarden DM von der Messe München finanziert (600 Millionen München selbst, 750 Millionen über ihre Eigentümer), über 820 Millionen DM kommen über eine Kapitalerhöhung oder ein Darlehen von der Stadt und vom Freistaat. Das Ifo-Institut konstatierte der Messe 12.500 Arbeitsplätze in der Stadt und weitere17.600 Arbeitskräfte in Bayern. Die neue Messe München liegt bei der Ausstellungsfläche auf Platz vier hinter Hannover, Frankfurt und Köln, [15]

Neue Messe eröffnet. Am 12.2.1998 wurde das mehr als zwei Milliarden DM teure Messegelände in Riem durch Bundespräsident Roman Herzog vor 5000 Gästen eröffnet. [16] – Zunächst hat die Messe München noch drei Orte: die neue Messe, das MOC Veranstaltungs- und Ordercenter und – bis Ende April 1998 – die Hallen der alten Messe auf der Theresienhöhe. [17]

Neue Messe und die Folgen. Der Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium, Hans Spitzner (CSU), der Geschäftsführer der Neuen Messe, Manfred Wutzlhofer, und die CSU-Stadträtin aus Haar, Roswitha Riess (CSU) sahen in der Neuen Messe einen Motor für die Wirtschaft in der ganzen Region: mit etwa 25 internationalen Leitmessen und 27.000 Ausstellern und zwei Millionen Fachbesuchern jährlich. Das Gelände sei jetzt schon ausgebucht und werde noch einmal um zwei Hallen mit je 10.000 qm erweitert. Das Ifo-Institut berechnete durch die Neue Messe 3,5 Milliarden DM Kaufkraft in Bayern, davon 2,4 Milliarden DM in München. Wutzlhofer freute sich über das neue Gewerbegebiet in Feldkirchen. Spitzner lobte das wirtschaftsfreundliche Klima im Freistaat. Es komme darauf an, die Investitionsbereitschaft der Unternehmen zu stärken und warnte vor Lohnerhöhungen und einer weiteren Verkürzung der Arbeitszeit. Die Arbeitnehmer müssten sich im Gegenteil auf längere Arbeitszeiten oder sinkende Einkommen einstellen. [18]

Wohnungsbau stockt. Zwischen dem städtischen Planungsreferat und der privaten MRG gab es Konflikte über den zu langsamen Wohnungsbau. Die MRG betreibt im Auftrag der Stadt mit einem Finanzierungsmodell, das nicht über den Stadthaushalt läuft, die Erschließung von Riem und hat nun eine Mängelliste an den Stadtrat übergeben, worüber sich das Planungsreferat und die Stadtbaurätin Christiane Thalgott beschwerten. Laut MRG sollten die ersten Wohnungen in Riem mit der Messeeröffnung fertiggestellt werden. Es hätten aber nur zwei Bauträger mit Arbeiten für 270 Wohnungen begonnen. Der Investor Baywobau ist ausgestiegen. Probleme seien ein Grundstückspreis von 1700 DM pro Quadratmeter und das Parkraumkonzept. Das Planungsreferat sieht weniger Parkplätze als üblich und zunächst gar keine festen Stellplätze für die Wohnungen vor: Dies wurde nach Beschwerden der Bauwirtschaft für die 30 Prozent freifinanzierter Wohnungen rückgängig gemacht. Wegen der ungelösten Parkplatzfrage hat das Planungsreferat keine Baugenehmigungen mehr erteilt. [19]
Nachtrag Februar 2000: Parkraumkonzept der Messestadt Riem wird beerdigt. Im Februar 2000 beendete der Planungsausschuss mit den Stimmen der SPD und der CSU das Experiment: Der Stellplatzschlüssel liegt wieder bei 1,0 (eine Wohnung, ein fester Stellplatz). Für die Sozialwohnungen wird er von 0,6 auf 0,8 erhöht. [20]

Messe München expandiert im Ausland. Die Messe München GmbH steht in Deutschland auf Platz 5, weltweit auf Platz 10, erwähnte Messechef Wutzlhofer. Sie verhandelte auch mit der chinesischen Regierung über einen Messeneubau in Shanghai mit 50 Prozent Anteilen der regionalen Regierung und je einem Drittel der zweiten Hälfte von den Messestandorten München, Düsseldorf und Hannover. [21][22]

Eröffnung des Internationalen Congress Centrum München. Das ICM wurde am 9.10.1998 mit rund 2000 Gästen eröffnet. Der erste Kongresssaal befand sich im Deutschen Museum. 1953 wurde die Kongresshalle der nunmehr alten Messe auf der Theresienhöhe gebaut sowie einige Tagungsmöglichkeiten auf dem Olympiagelände. 1985 wurde der Gasteig eröffnet, 1993 das Münchner Order-Center (MOC). [23]

Teurer Messeturm. Der Bayerische Oberste Rechnungshof beanstandete den neuen Messeturm. Ursprünglich sollte er 30 Meter hoch werden und sechs Millionen DM kosten. Nun ist er 85 Meter hoch und kostet 25 Millionen DM. [24] Der Rechnungshof stellte fest, dass die Gesamtkosten der neuen Messe Riem um einige Hundert Millionen DM unterschritten wurden: Deshalb wurde das Messewahrzeichen aufgebläht. Großdisplay und Infoband konnten wegen baurechtlicher Auflagen (z. B. Ablenkung des Verkehrs) nicht entsprechend vermarktet werden. [25]

Parkhaus gestoppt. Die rot-grüne Stadtratsfraktion hat den Bau eines neuen Parkhauses für 4500 Fahrzeuge erst einmal auf Eis gelegt. Die Stadtrats-CSU und IHK sind verärgert: Die Pläne seien längst bekannt, und Verzögerungen seien eine Gefahr für den Messestandort München, da Besucher und Aussteller die Messe mit dem Auto erreichen müssten. [26]

November 1998: Messe-Verkehrschaos. Nach Eröffnung der Messe Riem zählte Aschheim in der Ortsmitte 34.000 Fahrzeuge täglich. In anderen Umlandgemeinden sah es ähnlich aus. Deshalb trafen sich Aschheim, Feldkirchen und Unterföhring mit Vertretern von Stadt und Landkreis München, der Bezirksregierung und dem Innenministerium. Man erörterte drei mögliche Nordost-Verbindungen. Die Bürgermeister von Aschheim und Dornach bevorzugten eine Ortsumgehung. Unterföhrings Bürgermeister kündigte heftigsten Widerstand gegen eine Kreisstraße M3 an, die den Verkehr von München bewältigen sollte. [27] – Messechef Wutzlhofer lobte die Zuwachsrate des Wirtschaftszweiges Messe. Die bedeutendste Wirtschaftsregion Europas, Norditalien, sei nur wenige Hundert Kilometer von München entfernt. Außerdem strömten aus dem mittel- und osteuropäischen Raum viele Aussteller nach Riem. In München selbst sind 14.000 Arbeitsplätze, im Umland 3000 Arbeitsplätze im Gefolge der Messe entstanden. Aschheims Bürgermeister und Wutzlhofer waren sich einig, dass eine Nord-Ost- plus eine Süd-Ost-Verbindung nötig sei. Aschheim schlug vor, die von Unterföhring vehement abgelehnte Kreisstraße M3 zum Messegelände zu bauen. [28]

Dezember 1998: Messe wächst in Poing. Das ursprünglich auf der alten Messe angesiedelte Bauzentrum soll für zehn Millionen DM in Poing entstehen,.54 Anbieter zeigen in der Senator-Gerauer-Straße in Poing/Grub die größte Fertighausaustellung Europas. Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) nannte beim Spatenstich am 7.12.1998 den Münchner Osten einen „goldenen Boden“; das Gebiet von Unterföhring, dem Flughafen, Poing und der Messe sei „die zukunftsfähigste Region, die wir in Bayern haben“. Faltlhauser will auch dem Wunsch nach einem dreispurigen Ausbau der Autobahn A 94 bis Parsdorf nachgehen. [29]

Kritik an Kronawitter. Heinrich Traublinger, Bäckermeister, Münchner Stadtrat (1972-1986), MdL (CSU, 1986-2008), Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern (1994-2014), machte sich im SZ-Interview über die „Dampfkessel-Theorie“ des früheren OB Georg Kronawitter lustig, die München den Stillstand gebracht hätte, nun aber überwunden sei. Kronawitter antwortete daraufhin in einem Leserbrief: Nach der Grundsteinlegung für die neuen Messe München habe ihm IHK-Präsident Dieter Soltmann gesagt: „Herr Alt-Oberbürgermeister, wir möchten Ihnen heute ausdrücklich danken. Sie haben die Verlagerung der Messe nach Riem politisch durchgekämpft, ohne Sie gäbe es heute keine Grundsteinlegung.“ [30]
Die „Dampfkessel-Theorie“ fand Kronawitter nicht mehr erwähnenswert: Er hat offensichtlich auch den Dampfkessel mit befeuert.

Straßenbau durch Messe-Verkehr. Die Baumaschinenmesse Bauma im April 1998 bekam den Spitznamen „Stauma“. Zwischen Haar, Feldkirchen, Aschheim und der Messe herrschte Stillstand. Folgende Straßenprojekte und -pläne zog die Messe in Riem nach sich: Weiterbau der St 2082 neu zwischen A 99 und A 94, Verlängerung der M 1 von der A 94-Auffahrt Feldkirchen-Ost zur B 471, dritte Fahrspur auf der A 94 von Feldkirchen-West zum Ostkreuz, der Neubau der B 388 bei Fischerhäuser, der vierspurige Ausbau des Föhringer Rings, die umstrittene Nordost-Verbindung von Neuriem (9000 Wohnungen und 15.000 Arbeitsplätze) mit dem Münchner Norden, eine Parallelstraße zur A 94 (B 471-Verlegung) hinter Feldkirchen parallel zur A 99 bis zur jetzigen B 471. Der damalige Innenstaatssekretär Alfred Sauter (CSU) hatte den Kommunen hier einen Zuschuss von „50 Prozent plus X“ versprochen. Weitere Ausbaumaßnahmen der Kommunen: neue Gewerbegebiete in Kirchheim, Ausbau von Gewerbegebieten in Aschheim, neues Gewerbegebiet in Feldkirchen, Technopark II in Grasbrunn. [31]
Die Gemeinden Aschheim, Feldkirchen, Grasbrunn, Haar und Vaterstetten planten wegen des zusätzlichen Messeverkehrs eine Entlastungsstraße zum Autobahnring A 99: Sie soll parallel zur A 94 an Haar und Vaterstetten in Höhe Weißenfels auf das Messegelände abzweigen. Die Entlastung der Ortsdurchfahrten vom Messeverkehr war wegen der Kosten von 90 Millionen DM ungewiss. Die Verursacherin der zusätzlichen Messeverkehrsströme, die LH München, lehnte eine Kostenbeteiligung ab. Die Gemeinden müssten eine Projektträgerschaft gründen: Aber selbst bei einer Beteiligung des Freistaats mit zugesagten 50 Prozent blieben an den Gemeinden Kosten von 45 Millionen DM hängen. Vaterstetten hat bereits abgesagt. [32]
Kleines Zwischenfazit. Am Beispiel der neuen Messe München sieht man sehr klar die Wirkungsmechanismen des Molochs München: 1) Die Stadt plant eigenmächtig vor sich hin, ohne groß die eigene Einwohnerschaft oder das Umfeld über die kommenden Probleme und Konsequenzen zu informieren. 2) Eine Großinvestition zieht die nächste nach sich und belastet damit das Umfeld. 3) Das Umfeld will davon profitieren und investiert ebenfalls. 4) Das ruinöse Wachstum geht weiter. Moloch München eben…

„Wohnen ohne Auto“ in Riem. Das Projekt entstand vor knapp zehn Jahren. Die teilnehmenden Eigentümer verpflichten sich, langfristig auf ein Auto zu verzichten. Dadurch werden die Wohnungen günstiger: Ein Tiefgaragenstellplatz kostete zu der Zeit rund 20.000 DM. In Riem blieben von zunächst 22 Teilnehmern 14 übrig. Allerdings reduzierte „autofreies Wohnen“ kaum den Autoverkehr: Die meisten Teilnehmer hatten auch vorher kein Auto. [33]

Juli 1999: Fünf Investoren für Riems Zentrum. Hinter verschlossenen Türen präsentierten die „Top-Investoren“ den Stadträten ihre Pläne für das neue Riemer Zentrum. Am Willi-Brandt-Platz soll auf 42.000 qm (das Areal kostet über 100 Millionen DM) möglichst schnell das Zentrum mit Einkaufszentrum, Gastronomie, Multiplex-Kino, Hotels, Büroflächen und Wohnungen entstehen. Das Projekt umfasst nahezu 120.000 qm Geschossfläche. Die Reihenfolge der Präsentation wurde ausgelost. Hinter der präferierten Bietergruppe Nr. fünf „Neue Mitte Riem GbR, München“ standen der Heidelberger Projektentwickler Roland Ernst, die Baukonzerne Philipp Holzmann (insolvent am 31.3.2002) und Concept Bau GmbH, dazu die Shopping Center Consulting GmbH und Kieft & Kieft Filmtheater GmbH (für das Multiplex-Kino). Rang zwei belegte eine holländische Investorengruppe mit dem Baukonzern Dyckerhoff & Widmann AG (2001 mit Waltherbau AG fusioniert, 2004 in Insolvenz). Auf dem derzeit dritten Platz lag die DIBAG Industriebau AG von Alfons Doblinger. [34]

Und noch eine Erweiterung. Deutschland wird die Fußball-WM 2006 ausrichten (die zunächst als „Sommermärchen“ gefeiert wurde und deren Vergabe aufgrund von Korruptionsvorwürfen später in Verruf geriet). Das zentrale Kommunikationszentrum der WM soll in die Messe München kommen und 40.000 qm benötigen. Deshalb werden dort nach der ersten Erweiterung um zwei Hallen mit je 10.000 qm nun noch einmal zwei Hallen mit je 10.000 qm errichtet, sodass dann insgesamt 200.000 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen. Der Messeleiter Manfred Wutzlhofer nannte als Zahl für die Umzugskosten erstmals die Summe von fast drei Milliarden DM; mit schwarzen Zahlen rechnet er frühestens 2008. [35]

Föhringer Ring: Ausbau beschlossen im Februar 2001. Die LH München und der Freistaat haben eine Vereinbarung zum vierspurigen Ausbau des Föhringer Rings getroffen: Für 23 Millionen DM (einschließlich Arbeiten an der Herzog-Heinrich-Brücke) wird laut Beschluss des Stadtrats die Nordost-Verbindung zur neuen Messe Riem vierspurig ausgebaut, soweit sie städtisches Gebiet betrifft. Die Messe Riem soll mit einer zusätzlichen Straße über den Föhringer Ring an die Autobahn A 9 angeschlossen werden. Der Freistaat erhöht im Gegenzug die Förderung für die Stadt. [36]

Zur Verwertung des alten Flughafen Riems. Der Absturz des amerikanischen Flugzeugs am 17.12.1960 mit insgesamt 52 Toten, das im Nebel auf der Theresienwiese landen wollte und dabei die Türme der Paulskirche streifte, wird als endgültiges Signal zur langfristig nötigen Absiedlung des Flughafens Riem gesehen. 1992 erfolgte der Umzug in das Erdinger Moos. Auf dem ehemaligen Flughafengelände entstand und entsteht das neue Messegelände, bis 2013 soll die Messestadt Riem fertig sein. 6000 Wohnungen werden geplant mit 40 Prozent Sozialanteil. Für die Riem-Arcaden mit Freizeitzentrum, Hotel, Diskothek, Geschäften, Büros etc. auf 46.500 qm Gesamtfläche war am 24.9.2001 die Grundsteinlegung (Architekten der Nordspange: Allmann Sattler Wappner München; der Südspange nps und Partner Hamburg). Im Herbst 2003 sollen die Riem-Arcaden als drittgrößtes Münchner Einkaufszentrum eröffnet werden. Investoren der nötigen 650 Millionen DM sind Deutscher Immobilien Fonds (Difa) und Essener Management für Immobilien GmbH (mfi). [37][38]

August 2002: Ude rügt das Umland. Ude beschwerte sich in einem SZ-Interview über die fehlende verkehrliche Anbindung der neuen Messe in Riem mit einer bis jetzt ausbleibenden Nordosttangente und der Anbindung an den Föhringer Ring, die nicht nur von der LH München, sondern auch vom Freistaat Bayern, der IHK und – natürlich – der Messegesellschaft gefordert wird. [39]
Das ist nun schon eine sehr eigenwillige Darstellung Udes: Die LH München hat die Flughafenauslagerung zum Anlass genommen, die Messestadt Riem plus eine neue Messe auszubauen, ohne groß mit Umlandgemeinden im Vorfeld verhandelt zu haben. Und die – im Übrigen absolut abzusehenden -, Verkehrsprobleme durch Messe, Messestadt und riesigen Gewerbegebieten in der Nachbarschaft lassen München nun weitere autobahnähnliche Ausbauten fordern.

August 2002: Vom Kuhstall zum Hotelzimmer. Im Umland der neuen Messe im Osten Münchens hat entlang der großen Verkehrstrassen A 99 und B 471 eine große Umstrukturierung begonnen: Landwirte bauen ihre ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude zu Hotels und Pensionen um. Hier werden nicht nur Messebesucher, sondern auch Handwerker und Messebauer untergebracht. [40]

Februar 2003: Wer Flughafen und Messe sät, wird Verkehr ernten. Gegen die Nord-Ost-Verbindung hat nun auch der Landkreis München Einwände gegen das Planfeststellungsverfahren erhoben. Die neue Straße soll von der Anschlussstelle Feldkirchen der A 94 um Aschheim herum bis zum Föhringer Ring bei Ismaning führen. Teilweise soll die Trasse der Kreisstraße M 3 von zwei auf vier Spuren verbreitert werden. Laut Landratsamt München ist das Vorhaben „rechtswidrig“, außerdem fehle die Planungserfordernis. Die Einstufung als Staatsstraße sei ungültig, da vor allem die Messe in Riem mit Umlandgemeinden verbunden werde. 73 Prozent des zu erwartenden Verkehrsaufkommens käme aus dem Landkreis München. Außerdem würde die Nord-Ost-Verbindung schützenswerte Bereiche durchqueren, u. a. einen aufgelassenen Bahndamm, der ein einmaliges Biotop sei. [41]

März 2003: Wer Flughafen und Messe sät, wird Verkehr ernten (2). Der Bund Naturschutz hat zur Nord-Ost-Tangente eine Stellungnahme abgegeben. Die Trasse verstößt gegen naturschutzrechtliche Verordnungen. Das wertvolle Biotop am aufgelassenen Bahndamm wird zerstört. Die Nord-Ost-Tangente hat keinen verkehrlichen Nutzen und ist deshalb nur eine „Scheinlösung“: Am Ottendichler Knoten und am Föhringer Ring sei sie schlecht angebunden, in Richtung A 94 und zum Frankfurter Ring gibt es keine sinnvolle Fortführung. Für die Gemeinden Aschheim und Feldkirche und das Gewerbegebiet in Dornach wird sich das Verkehrsaufkommen erhöhen. Der BN fordert eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Nord-Ost-Trasse und schlägt eine Stadt-Umland-Bahn und für alle Busse zur Messe eigene Spuren und eine Vorrangschaltung vor. Neben dem Landkreis München lehnt auch der BA Bogenhausen die neue Trasse ab. [42]

März 2003: Neue Theresienhöhe. Die Bauten im Süden mit 1500 Wohnungen und bis zu 5000 Büroarbeitsplätzen sollen 2006 fertig sein. Der Komplex „Theresie“ mit Büros, Geschäften und Wohnungen ist fast fertig. Die denkmalgeschützten Messehallen werden 2004 und 2005 fertig. Im Norden steht der Wohnturm „Park Plaza“. Die „Neue Theresienhöhe“ wurde laut Stadtspitze von den Investoren gut akzeptiert, die Stadt rechnet mit 30 Millionen Überschuss. [43]

Mai 2003: Autobahn-Südring durch Messe-Verkehr? Die zwei Agenda-21-Gruppen in Pullach und Oberhaching haben eine Petition an den Bayerischen Landtag gerichtet. Die geplante Machbarkeitsstudie zum Südring soll auch beurteilen: reale verkehrsentlastende Wirkungen und die Verkehrssicherheit, verkehrliche Alternativen, den Flächenverbrauch, die Zerstörung von Biotopen, Bodendenkmälern, Erholungsgebieten, die Lage der Trinkwasserversorgung. Außerdem sollen die Auswirkungen auf das Würmtal, das Isartal, das Gleißental, das Hachinger Tal, die benachbarten Bannwälder sowie die FFH- und Landschaftsschutzgebiete untersucht werden. Dazu soll die Frage geklärt werden, ob ein Südring tatsächlich eine Entlastung bringen kann angesichts des Verkehrsaufkommens durch die neue Messe in Riem, das neue Fußballstadion in Freimann, die neuen großen Gewerbegebiete im Einzugsbereich des Flughafens Franz Josef Strauß. [44]

Münchner Bauzentrum nach Riem. Anfang 2004 soll das noch in der alten Kongresshalle befindliche Münchner Bauzentrum nach Riem in einen siebengeschossigen Neubau mit 2500 qm Nutzfläche an der Willy-Brandt-Allee 10 in der Nachbarschaft des Messegeländes umziehen. Die Max Aicher Unternehmensgruppe baut den Komplex für acht Millionen Euro und vermietet ihn langfristig an die Stadt. [45]

Zweiter Bauabschnitt ausverkauft. In der Messestadt Riem wurden im ersten Bauabschnitt höchstens Grundstücke für 600 Wohnungen angeboten. Im zweiten Bauabschnitt wurden Areale für 1300 Wohnungen angeboten, die rasch verkauft wurden. Bauträger im Süden sind Wohnbau Klaus, Viterra Concept Bau, Firma Stark, dazu die Wohnbaugenossenschaften Chamäleon, FrauenWohnen und Baugemeinschaft Riem. In der Messestadt baute der Bauverein Haidhausen 50 bis 70 Wohneinheiten, dazu HI-Immobilien, Hausbau Fischer, Rechtsanwalt Schwaiger und Partner. Es gab nun ein Einkaufszentrum und demnächst wird der neue U-Bahnhof Messestadt Ost gebaut. Beim sozialen Wohnungsbau gab es keine Interessenten: Hier musste die städtische Gewofag einspringen. – Im dritten Bauabschnitt, der zwischen dem ersten und dem zweiten liegt, werden 1000 Wohnungen gebaut. [46]

März 2004: Riem Arcaden eröffnet. Am 10.3.2004 eröffnete das Einkaufszentrum Riem Arcaden: mit 120 Läden auf 30.000 qm auf drei Ebenen. Dazu wurden 33.000 qm Bürofläche, 60 Wohnungen und 2500 Parkplätze gebaut. Der Bau der Riem Arcaden begann 2001: Er hat um 500 Millionen Euro gekostet. Bauherren waren die Management für Immobilien AG (mfi) und die Deutsche Immobilien Fonds AG (Difa; heute: Union Investment Real Estate AG), welche 2004 die „Fünf Höfe“ von der HypoVereinsbank gekauft hat. In der Messestadt Riem lebten aktuell 3000 Bewohner, später werden es 17.000 sein. [47]

Die Kehrseite der Medaille:  Die CSU-Sprecherin im BA Trudering-Riem, Stephanie Hentschel, forderte angesichts des durch die Riem Arcaden hervorgerufenen Verkehrschaos einen Baustopp für die Messestadt Riem. Bis zur A 94 und zur Autobahnparallele Am Hüllgraben war vor allem am Wochenende Stau. Dazu kommt alle drei Jahre die Bauma: Am Samstag 3.4.2004 wurde der nächste Großstau erwartet. [48]

Armut in der Messestadt. Im städtischen Armutsbericht 2004 fielen von 1000 Bewohnern der Messestadt Riem 405 in die Kategorie „arm“. Die angestrebte sozioökonomische Mischung wurde nicht erreicht. In den bislang realisierten Bauabschnitten liegt der Anteil von Sozialwohnungen überdurchschnittlich hoch; Eigentumswohnungen wurden erst wenige realisiert. Die öffentlich geförderten Wohnungen würden mehrheitlich von „Armutsrisikogruppen“ belegt. Nichtdeutsche Bewohner haben einen Anteil von 38 Prozent. Vom zweiten Bauabschnitt (alle Flächen vergeben) und vom dritten Bauabschnitt (zu 80 Prozent vergeben) sind keine großen Änderungen zu erwarten. Durch mehr Grundstücke für den frei finanzierten Wohnungsbau käme mehr Geld in die städtischen Kassen, außerdem käme dies Bauträgern entgegen, die sich vor dem Imageschaden fürchteten. [49]

Weiterer Ausbau und weitere Verkehrsprobleme geplant. Die Neue Messe Riem will eine neue Ausstellungsfläche mit elf Hektar ausweisen und zusätzliche 4000 neue Stellplätze einrichten, dazu 200 Stellplätze jeweils für Lastwagen und Wohnmobile. Die betroffene Gemeinde Feldkirchen erwartet entsprechende Verkehrsprobleme. Gemeinderat Christian Wurth (CSU): „Mich stört, dass die Landeshauptstadt baut und baut und den Landkreis als Zubringer nutzt.“ Eine geplante Verlängerung der U-Bahn gilt als unrealistisch. Der Feldkirchener Gemeinderat forderte ein Verkehrsgutachten für umliegende Straßen und die Ortsdurchfahrt von Feldkirchen. Die Stadt München habe Verkehrsbelange bisher überhaupt nicht berücksichtigt. [50]

Bauma noch größer. Vom 23. bis 29.4.2007 werden etwa 3000 Firmen auf 540.000 qm ihre Baumaschinen ausstellen; über 400.000 Besucher werden erwartet. Zwei neu gebaute Hallen und eine dazugekaufte Freifläche von 40.000 qm werden zusätzlich zur Verfügung gestellt. [51]

Mai 2008: Messe noch größer. Laut Geschäftsführer der Neuen Messe Riem, Manfred Wutzlhofer, seien die Kapazitätsgrenzen der vor zehn Jahren eröffneten Messe Riem bald erreicht. Der Ausbau von 140.000 auf 180.000 qm Hallenfläche war erfolgt. Man könne noch maximal auf 200.000 qm ausbauen; Das Baurecht hierfür sei vorhanden. Das Freigelände hat 255.000 qm. Der Messeplatz München sei gefragt: „München ist eine Wachstumsregion.“ Die Messe München betreibt zusammen mit Düsseldorf und Hannover ein Joint Venture mit Shanghai und hat dort ein Messegelände mit 200.000 qm Hallen- und 100.000 qm Freifläche organisiert. [52] – Wutzlhofer äußerte im SZ-Interview, man hätte aus heutiger Sicht mehr Ausstellungsfläche planen sollen. Er lobte die Entwicklung der Gewerbe-Immobilien-Messe Expo Real, die inzwischen Europas wichtigste Messe für Projektentwickler und Projektfinanzierer sei. [53]

Feldkirchen kämpft gegen den Messeverkehr. Mit nur einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat von Feldkirchen die Verlängerung der Kreisstraße M 1 nach Westen. Da die Gemeinden Aschheim und Haar Umgehungsstraßen bauen, wird sich die Situation im Ortskern von Feldkirchen noch verschärfen. Die Verlängerung der M 1 wird als einzige Möglichkeit gesehen, den Verkehr aus der Ortsmitte zu lenken. Die zwei Kilometer Straße werden mit fünf Millionen Euro angesetzt, wovon eventuell 50 Prozent staatliche Zuschüsse möglich sind. Der Feldkirchner Gemeinderat wirft dem Freistaat, dem Landkreis München und der LH München vor, die Probleme durch die schlechte verkehrliche Anbindung der Messe verursacht zu haben, aber nichts zur Lösung beizutragen. [54]

Juli 2009: Neuer Messe-Chef. Auf Manfred Wutzlhofer folgt Klaus Dittrich (SPD) als Vorsitzender der Geschäftsführung ab 1.1.2010. Nach wie vor halten die LH München und der Freistaat Bayern je 49,9 Prozent, die IHK München und Oberbayern und die Handwerkskammer je 0,1 Prozent: Beide begrüßten die Berufung von Dittrich. [55] – Wutzlhofer äußerte im November 2009: Die Zahlen der Besucher, Aussteller, Ausstellungsfläche und Umsatz hätten sich seit 1998 verdoppelt. Der Auslandsanteil am Umsatz liege bei 30 Prozent. Die Bauma ist mit 555.000 qm die größte Messe der Welt. Die Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real sei ein Juwel. Für zwei weitere Hallen gibt es bereits ein Baurecht. [56]

November 2009: Investor am alten Flughafen. Der 35 Meter hohe ehemalige Flughafen-Tower plus 13.000 qm Umfeld wurden schon 1995 von der Stadt für eine kulturelle Nutzung angeboten; Aber Hallen- und Kinoprojekte scheiterten. Nun wurde das Areal an die Münchner Firma Fondara verkauft (Verkehrswert: um die 12,5 Millionen Euro). Fondara plant ein Hotel mit integriertem Tower. [57]

Juli 2010: Messe München muss sparen. Stadt und Freistaat werden bis zum Jahr 2013 maximal 50 Millionen Euro an Zuschüssen bezahlen (bisher: im Durchschnitt jährlich 20 Millionen Euro). Der Neubau der Messe kostete rund 1,2 Milliarden Euro, davon finanzierte die Messegesellschaft 680 Millionen Euro über Kredite, die bis 2018 getilgt sein sollen. Bis 2018 laufen die Kredite für den Neubau. 2010 wurden noch fast 255 Millionen Euro an die Messe überwiesen. 2011 soll die Zahl der Mitarbeiter von bisher 500 reduziert werden. Ein Geschäftsführerposten wurde nicht nachbesetzt. [58]

München als „Mobile World Capital“. So präsentierte die Messe München die Landeshauptstadt in London beim weltweiten Branchenverband GSMA. Es ging um die Messe Mobile World Congress mit dem Standort Barcelona, der neu ausgeschrieben wird. Konkurrenten sind neben München noch Paris, Mailand -und Barcelona. Im Juli 2011 entschied sich die GSMA für fünf weitere Jahre in Barcelona. [59]

München und Nürnberg international. Die Messe Nürnberg machte 2010 einen Gesamtumsatz von 200 Millionen Euro, davon 18 Millionen Euro im Ausland. Die Messe München machte 2009 rund 215 Millionen Euro Umsatz, davon 19 Millionen Euro im Ausland. Die Messe Nürnberg führt Messen durch in Tokio, Delhi, Buenos Aires. Die Messe München organisiert u. a. Messen in Shanghai und Peking, Istanbul, Algier, São Paulo. In Brasilien will man Marktführer werden. Der für das Münchner Messegeschäft im Ausland zuständige Geschäftsführer Eugen Egetenmeir meinte dazu: „Wenn wir das Geschäft nicht machen, dann machen es andere.“ [60]

Zwischenfazit 2014. 1998 zog die Messe München von der Schwanthalerhöhe nach Riem, wo für 2,4 Milliarden DM neu gebaut wurde. Heute umfasst das Messegelände 16 Hallen mit 180.000 qm. Zwei weitere Hallen für 100 Millionen Euro sind geplant. 24.000 Arbeitsplätze sollen von der Messe abhängen. In der Messestadt Riem wohnen inzwischen 12.000 Menschen. Es gibt viele kinderreiche Familien, aber keinen Kinderarzt. Der Anteil der Sozialwohnungen liegt um den Faktor sieben über dem Stadtdurchschnitt. [61]

Fünfter Bauabschnitt (1). Der „5. Bauabschnitt Messestadt“ liegt südlich des Alten Riemer Friedhofs und nördlich der S-Bahn und umfasst 25 Hektar. Ein Viertel gehört der Stadt, drei Viertel fünf Eigentümern. Das Planungsreferat hat 2500 Wohnungen für 5000 bis 6000 Bewohner projektiert. Die Entwürfe von drei Planungsbüros haben fünf und sechs Geschosse und Höhepunkte von 24 bis 45 Meter. Der BA empfahl nur 2200 Wohnungen und vier bis maximal acht Etagen. Eine vierspurige Straße soll das Viertel erschließen. Die verkehrliche Machbarkeitsstudie geht von täglich etwa 17.000 Fahrten aus. Der BA Trudering-Riem beklagte die immer noch fehlenden Unterlagen zum Verkehr und empfahl maximal 2200 Wohnungen. Der BA forderte außerdem eine weitere Grundschule. Der Wettbewerb für den fünften Bauabschnitt soll um die Jahreswende 2021/22 beginnen. [62][63][64]

Fünfter Bauabschnitt (2). Das Areal von etwa 25 Hektar gehört zu etwas mehr als einem Viertel der Stadt, der überwiegende Teil gehört der Schörghuber-Gruppe und weiteren Investoren. Bei 2500 Wohnungen mit 5500 bis 6000 Bewohnern läge die Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer bei 24.000: In Paris liegt dieser Wert bei 21.000, in Manhatten bei 27.000. 400 in einer BI organisierte Anwohner aus Trudering unterschrieben Kernforderungen wie eine Höchstgrenze von 1500 Wohnungen. [65]

Quartiersgaragen zu Wohnungen. Aus ökologischen und ressourcenschonenden Gründen hatte die Stadt die Stellplätze in Quartiersgaragen untergebracht, die sich rasch als unbeliebt herausstellten. Nun wollten CSU und SPD eine dieser Quartiersgaragen mit 2800 Stellplätzen auf sechs Geschossen an der Ecke Oslo- und Helsinkistraße in Wohnungen umbauen. [66]
Nachtrag November 2021: Der fünfte Bauabschnitt soll nach der Vorstellung des Planungsreferates weitgehend autofrei werden. Der BA Trudering-Riem forderte aber als Option Tiefgaragen, da die Quartiersgaragen unbeliebt seien. Laut Autopark Riem GmbH ist die Quartiersgarage an der Helsinkistraße zu 57, an der Georg-Kerschensteiner-Straße sogar nur zu 16 Prozent belegt. [67]

Landratsamt München nach Riem. Das neue Landratsamt des Landkreises München wird in der Messestadt Riem entstehen. Landrat Christoph Göbel (CSU) unterschrieb nun den Kaufvertrag beim Notar. Der Kreistag hatte hierfür im Nachhinein 100 Millionen Euro bewilligt. Offen ist, ob der historische Standort am Mariahilfplatz in der Au aufgegeben wird. [68]

16.000 Bewohner brauchen viele Schulen. Das Richtfest für „Münchens größte Schulbaustelle“ in der Messestadt Riem fand am 24.9.2021 statt. Das Grundstück ist 32.000 qm groß Darauf wird ein Bildungscampus mit einem sechszügigen Gymnasium und einer fünfzügigen Realschule für 2400 Kinder und Jugendliche plus Sportpark mit zwei Dreifach-Sporthallen, Tribünen und Schwimmbad gebaut. Die Kosten lagen 2016 bereits bei 237 Millionen Euro. [69]

Trudering läuft über. Bürgerversammlung 25.10.2021: Der BA-Vorsitzende Stefan Ziegler (CSU) berichtet, dass der Stadtteil bis 2040 etwa 35 Prozent mehr Einwohner haben wird. Die Anwohner Interessengemeinschaft Kirchtrudering forderte in diesem Zusammenhang, den fünften Bauabschnitt der Messestadt Riem von 2500 auf 15ß00 Einheiten zu verringern: Der Antrag wurde angenommen. [70]

Landratsamt zieht um und bleibt doch. Der Landkreis München hat ein Gebäude zwischen Joseph-Wild-Straße und Werner-Eckert-Straße in der Messestadt Riem gekauft. Der Kreistag hatte hierfür bis zu 100 Millionen Euro freigegeben. Das Landratsamt München hat weit über 1000 Mitarbeiter. Die ersten werden ab jetzt ihre neuen Räume beziehen. Der neue Standort muss aber noch ausgebaut werden. Außerdem könnte der Standort des alten Landratsamtes am Mariahilfplatz beibehalten werden. [71]

Bauma-Export nach Russland. 2015, also ein Jahr nach der russischen Besetzung der Krim, kaufte die Neue Messe 95 Prozent einer russischen Messegesellschaft. Die Messe München Rus veranstaltet die Ausstellung Bauma CTT Russia, laut eigenem Bekunden die größte Baumaschinen-Fachmesse Russlands. Die nächste Ausstellung, so sie denn stattfindet, wäre vom 24. bis 27.5.2022. Allerdings beteuerte die Messe München, hätte man alle Aktivitäten gegenüber russischen und belarussischen Ausstellern beendet; eine Ausstellung namens Bauma würde es in Russland nicht geben. Laut SZ war die russische Bauma noch am 25.3.2022 auf der Internet-Seite der Messe München angekündigt. [72]
Die deutsche Bauwirtschaft beobachtet das Geschehen ebenfalls: „Die Messe München, ein kommunales Unternehmen, ist seit 2015 Mehrheitsgesellschafter des Veranstalters der bauma CTT Russia, einem Unternehmen mit dem Namen Messe Muenchen Rus LLC mit Sitz in Moskau. Die Website der bauma CTT Russia lässt derzeit keinen Hinweis auf eine mögliche Absage oder Verschiebung erkennen. Die Messe ist für den 24. bis 27. Mai geplant, 195 Unternehmen haben sich als Aussteller gemeldet. Baugewerbe Magazin hält Sie auf dem Laufenden.“ [73]
Nachtrag Mai 2022: Die russische Tochterfirma wird keine Bauma Ende Mai 2022 veranstalten und wird stillgelegt. Der Ausstellungsrahmen wurde von der Messe München an eine russische Firma verkauft; die Messe findet nun unter dem Namen CTT Expo statt. [74]

Zwischennutzung in der Kassenhalle. In der ehemaligen Kassenhalle im Kopfbau der Besuchertribüne soll eine kreative Zwischennutzung unter Leitung des Sozial- und Kulturreferats stattfinden: mit Ausstellungen, Konzerten, Workshops. Bürgerschaftlichen und sozio-kulturellen Zwecken stehen ein Veranstaltungsraum für 160 Personen und ein Café mit 40 Sitzplätzen zur Verfügung. Der Stadtrat hatte im Juni 2020 eine Million Euro für eine Heizung und eine Lüftung genehmigt. Interessenten können sich bis 30.4.2022 unter www.kopfbau-riem.de bewerben. Nach 2024 ist die weitere Entwicklung unklar. [75]

Fünfter Bauabschnitt. Der Wettbewerb für 25 Hektar zwischen Kirchtrudering und der Messestadt ergab einen ersten Preis (büro 03 architekten mit Studio Vulkan) und zwei zweite Preise (De Zwarte Hond, Köln mit RMP Stephan Lenzen und Studio Wessendorf, Berlin mit Atelier Loidl). Alle drei Preise sollen noch einmal überarbeitet werden. [76] – Der Bauabschnitt mit geplanten 2500 Wohnungen liegt südlich vom Friedhof Riem, westlich der Messestadt, nördlich der Bahngleise von S 4 und S 6 und  östlich von Kirchtrudering. Das Preisgericht hob die „zwei verdichtenden Hochpunkte in den Baufeld-Mitten“ hervor. (büro 03 architekten haben den Entwurf für die Hochhausstudie 2020 erarbeitet und stellen die Studie bis Ende 2022 fertig.) Der Bebauungsplan soll bis 2025 fertig sein, erste Häuser sollen bis frühestens 2027 entstehen. Bei der Vorstellung der Entwürfe durch das Planungsreferat waren sich die Besucher von der Verkehrsplanung überrascht. [77]

Messe in der Pandemie. In der Pandemie musste die Messe München 170 Stellen abbauen; 30 Prozent der Aussteller und Besucher blieben weg. Die drei Großkonzerte mit Andreas Gabalier, Helene Fischer und Robby Williams hat die Messe trotz vieler Kritik von Münchner Hallenbetreiber geplant, weil Veranstalter Klaus Leutgeb an sie herantrat. Auch die Konzeption der IAA München 2021 verteidigte einer der beiden Geschäftsführer, Stefan Rummel: „Uns ist es gelungen, der IAA einen neuen Drive zu geben. Der Schlüssel dazu waren der Open Space, also die Ausstellungsflächen mitten in der Innenstadt, und der Festivalcharakter.“ [78]

Bildungscampus kommt zu spät. Laut Referat für Bildung und Sport (RBS) wird der Bildungscampus in der Messestadt mit dem Gymnasium durch Corona-bedingte Materialengpässe und Lieferschwierigkeiten nicht bis Schulbeginn im September 2022 fertig. Die Schüler sollen zwischenzeitlich in der Ludwigsvorstadt unterrichtet werden: 45 statt fünf Minuten Schulweg. [79]

Fußnoten und Quellen

  1. Fürstweger, Walter, Der Messeplatz soll an den Stadtrand, in SZ 7.8.1985
  2. Lohse, Sinja, Die Messe München verlässt die Warteschleife, in SZ 4.11.1996
  3. Münster, Thomas, Neu-Riem nimmt auf dem Reißbrett Kontur an, in SZ 9.11.1993
  4. Müller-Jentsch Ekkehard, Im Rathaus macht sich Entsetzen breit, in SZ 10.6.1994
  5. Haas, Marianne E., Eine Investition in die Zukunft, in SZ 17.6.1994
  6. Dürr, Alfred, 2,3-Milliarden-Poker hat ein Happy-End, in SZ 20.6.1994
  7. Neff, Berthold, Schwarz-grüne Allianz gefährdet Neu-Riem, in SZ 13.7.1994
  8. Müller, Frank, Bürgerentscheid gegen die neue Messe, in SZ 9.3.1995
  9. Grill, Michael, Neu-Riem sprießt unaufhaltsam aus dem Boden, in SZ 10.1.1996
  10. Dürr, Alfred, Ude – vom Freistaat über den Tisch gezogen?, in SZ 10.8.1996
  11. Hass, Marianne E., Ist das neue Messegelände schon wieder zu klein?, in SZ 28.12.1996
  12. Prügner, Hella, Zukunftsinvestition Messe, in SZ 14.2.1997
  13. Wessel, Claudia, Schöne neue Welt, in SZ 4.3.1997; Hervorhebung WZ
  14. Messe München relativiert Verlust, in SZ 11.7.1997; Münchner Messe erhofft sich Schub durch Neubau, in SZ 5.8.1997
  15. Mit dem Erfolg stellt sich der Frieden ein, in SZ 10.2.1998
  16. Neue Messe nach dreijähriger Bauzeit eröffnet, in SZ 132.2.1998
  17. Die alte Messe hat bald ausgedient, in SZ 27.2.1998
  18. Sebald, Christian, Neue Messe als große Chance für die Region, in SZ 19.3.1998
  19. Müller, Frank, Der neue Stadtteil – nur ein Phänomen, in SZ 3.4.1998
  20. Neff, Berthold, Begräbnis erster Klasse für das Parkraumkonzept, in SZ 2.2.2000
  21. Messe München muss schon wieder anbauen, in SZ 8.7.1998
  22. Messe München fühlt sich wie im Olymp, in SZ 17.12.1998
  23. Dürr, Alfred, München steigt in die „Champions League“ auf, in SZ 12.10.1998
  24. Willke, Ursula, Neuer Messeturm ist zu teuer, in SZ 14.10.1998
  25. Müller-Jentsch, Ekkehard, Messeturm – ein ärgerliches Prestigeprojekt, in SZ 10.12.1998
  26. Messe-Parkhaus soll rasch geplant werden, in SZ 21.11.1998
  27. Seit der Messe-Eröffnung ein „irrer Verkehr“, in SZ 25.11.1998
  28. Sammet, Stefanie, Messe bringt Arbeitsplätze und Verkehrsprobleme, in SZ 27.11.1998
  29. Bremmer, Michael, Mit Innovationen in die Zukunft, in SZ 8.12.1998
  30. Kronawitter, Georg, Die Fakten sprechen für sich, in SZ 22.12.1998
  31. Sebald, Christian, Der Infarkt ist ausgeblieben, in SZ 30.12.1998
  32. Brunckhorst, Lars, Parallelstraße zum Autobahnring, in SZ 21.1.1999
  33. Berth, Felix, „Wohnen ohne Auto“ am Ziel, in SZ 31.5.1999
  34. Neff, Berthold, Die Stadt am Rande der Stadt, in SZ 8.7.1999
  35. Messe München plant neue Hallen, in SZ 14.12.2000
  36. Föhringer Ring kann ausgebaut werden, in SZ 6.2.2001
  37. Schöner kaufen in Riem, in SZ 1.2.2001
  38. Weber, Ernst, Im Einklang mit der Natur, in SZ 21.11.2001
  39. Ettl, Barbara, Knoll, Günther, „Die Kernstädte werden vom Umland im Stich gelassen“, in SZ 16.8.2002
  40. Grosse, Roswitha, Hotels und Pensionen verdrängen die Kuhställe, in SZ 29.8.2002
  41. Klaus, Martin A., Einwände gegen die Nord-Ost-Verbindung, in SZ 21.2.2003
  42. Winkler-Schlang, R., „Scheinlösung auf Kosten der Natur“, in SZ 4.3.2003
  43. Dürr, Alfred, Im Westen was Neues, in SZ 14.3.2003
  44. Agenden entwerfen Südring-Petition, in SZ 31.5.2003
  45. Fritscher, Otto, Gestapelte Schaufenster, in SZ 6.11.2003
  46. Winkler-Schlanz, Renate, Grundstücke gehen weg wie die warmen Semmeln, in SZ 28.1.2004
  47. Fritscher, Otto, Münchens neue Shopping-Meile, in SZ 10.3.2004
  48. Winkler-Schlang, Renate, Großer Ansturm auf die Riem-Arcaden, in SZ 27.3.2004
  49. Winkler-Schlang, Renate, Armuts-Insel im Wohlstandsgebiet, in SZ 19.6.2006
  50. Messe Riem wächst weiter, in SZ 18.8.2006
  51. Hammer, Martin, Bauma wird noch riesiger, in SZ 30.1.2007
  52. Liebrich, Silvia, Chef der Messe München denkt über Ausbau nach, in SZ 27.5.2008; DPA, Neue Messe München will weiter expandieren, in SZ 24.6.2008
  53. Fritscher, Otto, „Als ich das erste Mal aus dem Fenster geschaut habe, war nichts da“, in SZ 20.6.2008
  54. Wimmer, Florian, Kommune will Messe-Verkehr aus dem Ort verbannen, in SZ 28.11.2008
  55. Fritscher, Otto, Dittrich wird neuer Messe-Chef, in SZ 3.7.2009
  56. Fritscher, Otto, „Der Umzug war für uns lebenswichtig“, in SZ 30.11.2009
  57. Hotel neben dem Tower, in SZ 20.11.2009; Dürr, Alfred, Tower bleibt Wahrzeichen, in SZ 12.12.2009
  58. Tibudd, Michael, Die 130-Millionen-Euro-Lücke, in SZ 10.7.2010; Tibudd, Michael, Mehr Licht als Schatten, in SZ 18.12.2010
  59. München bewirbt sich als „Mobil-Hauptstadt“, in SZ 26.1.2011
  60. Nagel, Friederike, Tibudd, Michael, Die Welt-Aussteller, in SZ 8.2.2011
  61. Riedel, Katja, Umzug zum Überleben, in SZ 24.4.2014
  62. Gerdom, Ilona, Langsam wird’s voll, in SZ 13.3.2021
  63. Gerdom, Ilona, Zu wenig, zu spät, in SZ 14.4.2021
  64. Gerdom, Ilona, Quartier der kurzen Wege, in SZ 25.5.2021
  65. Raff, Julian, Endliche Weiten, in SZ 9.6.2021
  66. Gerdom, Ilona, Leben im Parkhaus, in SZ 23.6.2021
  67. Parken unter Wohnblocks, in SZ 13.11.2021
  68. Vom Würmtal in die Messestadt, in SZ 15.7.2021
  69. Gerdom, Ilona, „Münchens größte Schulbaustelle“, in SZ 25.9.2021
  70. Gerdom, Ilona, Wachstum nur in Grenzen, in SZ 27.10.2021
  71. Mühlfenzl, Martin, Neue Heimat an der Messe, in SZ 21.3.2022
  72. Kastner, Bernd, Die Tochter in Russland, in SZ 26.3.2022
  73. https://www.baugewerbe-magazin.de/messen/umstrittene-messe-messe-muenchen-schweigt-weiter-zur-zukunft-der-bauma-ctt-russia.htm
  74. Kastner, Bernd, Messe verkauft russische „Bauma“, in SZ 5.5.2022
  75. Gerdom, Ilona, „Hier ist Raum, macht was draus“, in SZ 6.4.2022
  76. Drei Siegerentwürfe für die Messestadt in Riem, in SZ 28.7.2022
  77. Gerdom, Ilona, Die Zukunft am Stadtrand, in SZ 2.8.2022
  78. Hoffmann, Catherine, Endlich wieder richtig Messe, in SZ 9.8.2022
  79. Gerdom, Ilona, „Die Elternschaft schäumt vor Wut“, in SZ 29.8.2022
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Synonym verwendet:
Messe München
Moloch München Eine Stadt wird verkauft
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