Moloch München Eine Stadt wird verkauft

Freiham

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Titelbild: © Oswald Baumeister / Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. []

Aktualisiert 4.8.2022

Erste Pläne für das Projekt Freiham begannen in der Münchner Stadtverwaltung in den sechziger Jahren. Im neuen Stadtteil im Westen Münchens sollten Wohnungen und Gewerbeflächen gebaut werden.
„Erste konkrete Überlegungen zur Gründung eines neuen Stadtteils erfolgten 1963 in einem Stadtentwicklungsplan der Münchner Stadtverwaltung. Die Entlastungsstadt Freiham war für 60.000 Einwohner gedacht. Da die Stadt München die Erschließungskosten nicht allein tragen wollte, wurde der Zweckverband Freiham gegründet. Neben der Stadt mit 14,2 % waren der Freistaat Bayern mit 12,9 % sowie zahlreiche Kapitalgesellschaften beteiligt. 1965 kaufte der Zweckverband dem damaligen Besitzer des Guts Freiham, Guido von Maffei, etwa die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Flächen des Guts ab. Bei 60 DM pro Quadratmeter lag der Gesamtpreis bei etwa 100 Millionen DM.“ (Aus: Wikipedia, Freiham)

Durch die Olympischen Sommerspiele 1972 in München gab es dann ein Überangebot von Wohnungen – und die Bebauung von Freiham wurde ab 1975 nicht unmittelbar weiterverfolgt, auch bedingt durch eine fehlende Kanalisation und die schlechte Verkehrsanbindung.

Auf Initiative des Stadtrats legte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung am 14. Juli 1982 ein „Entwicklungskonzept Bebauung Freiham“ vor, das 5000 bis 6000 Wohnungen und Gewerbebebauung einerseits sowie eine Erhaltung der Landschaft am Stadtrand andererseits vorsah.

April 1984: Freiham-Ausstellung in Milbertshofen. Die Ausstellung über den Ideenwettbewerb zur Bebauung Freihams wurde vom Planungsreferat im Berufsschulzentrum an der Hufelandstraße 8 in Milbertshofen gezeigt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Manfred Jena kritisierte: „Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeit scheinen nicht gewünscht zu sein.“ [1] Nach einem Vorschlag von MdB Kurt Faltlhauser (CSU) zeigte das Planungsreferat die Ausstellung dann auch in einer Pfarrei in Aubing. [2]

Juni 1984: Aubinger Bürgerversammlung sagt Nein. Es soll keine unberührte Landschaft für neue Wohnungen zerstört werden dürfen. Die Versammlung forderte die Verwaltung einstimmig auf, die Siedlungspläne für 18.000 Menschen abzubrechen. Neben dem Verlust des notwendigen Grüns wird auch auf die belastende Verkehrsanbindung für Aubing verwiesen. Nach der „Urbanisierung Freihams“ drohe eine „dramatische Verschlechterung“; „zudem wolle und dulde man kein zweites Neuperlach. Freiham sei eine wichtige Verbindung zwischen dem Dachauer Moos und der Fünf-Seen-Platte: Diese Verbindung dürfe nicht auch noch zubetoniert werden. [3] Der Ideenwettbewerb zu Freiham wurde als Zumutung gewertet.
CSU-MdB Kurt Faltlhauser (CSU) bezeichnete die Grundvorgaben der in Aubing gezeigten Ausstellung mit Wettbewerbsarbeiten als „nach wie vor falsch“, die Bebauung der 276 Hektar mit rund 8000 Wohnungen für etwa 20.000 Einwohner als „überdimensioniert“. [4]
März 1985: CSU für Gewerbeansiedlung. CSU-Stadtrat Heinrich Traublinger sprach von einem „besorgniserregenden Defizit“ an Münchner Gewerbeflächen und forderte eine Beschleunigung der planrechtlichen Verfahren für Gewerbeflächenausweisung. In Freiham würden sich Teilflächen für Gewerbeansiedlungen anbieten. Besonders geeignet: Gebiete am Südrand des Planungsgebietes nördlich der Lindauer Autobahn. [5]
So kam es dann auch.

Januar 1997: Grüne gegen großen Ausbau von Freiham. Sabine Csampai (Grüne) war von 1990 bis 1996 Münchens Dritte Bürgermeisterin und 1997 Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion. Sie sprach sich am 8.1.1997 gegen den Ausbau von Freiham mit 9600 Wohnungen aus, da es dafür keinen Bedarf gebe: „Freiham wird geplant, aber ich gehe davon aus, dass es niemals realisiert wird.“ Münchens Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen wolle stattdessen verdichteten Wohnungsbau auf den Kasernengeländen. OB Christian Ude warnte den Koalitionspartner vor einem „Eiertanz“ und forderte ihn auf, dem „riesengroßen Münchner Bündnis für Wohnungsbau“ beizutreten. [6]

Germerings Bürgermeister: „Ausgeburt an Egoismus“. Münchens OB Ude (SPD) empfindet das Bürgerbegehren als „skandalös“. Der Gräfelfinger Bürgermeister Peter Braun (SPD) hält es „für eine Ausgeburt an Egoismus“. Die Stadtratsfraktion der Münchner Grünen wandte sich gegen das Zubetonieren der letzten Grünflächen am Stadtrand. [7]
Man muss die geballte und auch oft unfaire Kritik an diesem Aubinger Bürgerbegehren in einem größeren Zusammenhang sehen: Wer sich der Wachstums-Maschine in den Weg stellt – und seien die Gründe auch noch so vernünftig und logisch -, der wird aus dem Weg geräumt. Wer gegen den ungezügelten Ausbau von Freiham, gegen den immer weiteren Ausbau von Wirtschaft und Industrie ist und damit auch gegen die Zerstörung der Rest-Natur, der gilt als rückständig, reaktionär, egoistisch, Fortschrittsfeind.

Pläne für Freiham werden konkret. 1997 beschloss der Münchner Stadtrat, die Pläne für Freiham zu konkretisieren. Im Strukturkonzept wurden 10.700 Wohneinheiten für 21.000 Bewohner geplant. Zunächst war aber das über eine halbe Million Quadratmeter große Gewerbegebiet im Süden in Planung: Im Jahr 2005 sollten dort die ersten Firmen öffnen, wobei gleichzeitig die Erstspange der A 99 zur A 96 fertig werden sollte; dazu war eine Verbindung von der Bodenseestraße zur A 96 in Planung. . Die Stadtplaner wollten Fachmärkte und Biotechnologiefirmen ansiedeln. Sechs bis sieben Hektar wurden für eine neue Ikea-Niederlassung eingeplant. Dazu sollte die Biotechnologie in einem „Life-Science-Park“ Platz finden. München war nach London der zweitbedeutendste Biotechnologie-Standort in Europa geworden, aber im Campus Großhadern/Martinsried wurde es eng. Die BioM AG kümmerte sich um die Entwicklung der Biotechnologie im Raum München. Prof. Horst Domdey, Managing Director der BioM AG, schürte das Konkurrenzdenken: München habe schon Biotechnologie-Firmen an Berlin verloren.
Freiham war auch als Standort für ein neues Fußballstadion im Gespräch; dies würde aber laut Stadtbaurätin Christiane Thalgott die ganze Planung von Freiham ändern. [8]

2002: Städtische Planungen. Zwischen Neuaubing und Germering soll der neue Stadtteil Freiham mit 10.000 Wohnungen und eigener S-Bahn-Station gebaut werden. Die Grenze im Westen ist der Autobahnring A 99 West, der nördliche Teil die Bahngleise der S 4 und die Bodenseestraße. Das Gebiet umfasst etwa 190 Hektar. Der Nutzungsplan ist bereits rechtswirksam. Die ersten 400 Wohnungen sollen bis 2005 fertig sein. Um den neuen S-Bahnhof wird ein Stadtteilzentrum geplant.
Das Gewerbegebiet ist im südlichen Teil geplant zwischen Bodenseestraße und der A 96. Baubeginn soll im Jahr 2004 sein. Angesiedelt werden soll klassisches und höherwertiges Gewerbe. Im Life-Science-Park soll Biotechnologie angesiedelt werden, die in Martinsried keinen Platz mehr findet. Die Gemeinderäte von Olching und Germering haben sich gegen die Ansiedlung von IKEA und anderer Großanbieter ausgesprochen – dann hat sich Möbel Höffner dort niedergelassen. [9]

Januar 2006: Wachstum in Freiham (1). In Freiham-Nord sollen auf 191,5 Hektar nach den derzeitigen Planungen 10.000 Wohnungen für 20.000 Bewohner gebaut werden: 85 Prozent Wohnkomplexe, 15 Prozent Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser. Stadtbaurätin Christiane Thalgott erntete für die Pläne Kritik aus dem Rathaus und aus dem Stadtteil. Es soll bei allen drei Bauabschnitten eine kleinteiligere Bebauung geprüft werden. [10]

August 2007: Wachstum in Freiham (2). Wohnquartier in Freiham-Nord: Hier werden etwa 20.000 Bewohner eingeplant. 9000 Wohnungen sollen hier nördlich der Bodenseestraße gebaut werden: Stadthäuser, Mietshäuser, aber auch Einfamilienhäuser. Gewerbegebiet in Freiham-Süd: Hier sollen 7500 Arbeitsplätze entstehen. Seit 2005 lief der Verkauf: Im August 2008 waren 21 Grundstücke (die Hälfte der verfügbaren) verkauft. Zwischen dem Gutshof und der Bodenseestraße soll bis 2011 ein Einkaufszentrum mit 15.000 qm entstehen, ebenso der S-Bahnhof Freiham-Süd. [11]

April 2010: Shopping Mall. Aktuelle Planung: Wohnungen für 20.000 Menschen und 9000 Wohnungen in Freiham. Die rot-schwarze Rathaus-Koalition will ein großes Einkaufszentrum für Freiham mit bis zu 20.000 qm Ladenflächen. Interessiert sind Investoren wie MFI Management für Immobilien AG (Pasing Arcaden) oder Immobilien Consulting Entwicklung aus Hamburg. Shopping Center saugen Kaufkraft auf und ruinieren kleine Läden: z. B. das Mira im Münchner Norden, die Pasing Arcaden, die Riem Arcaden. Der BR sendete dazu 2008 den Film „Ödnis im Rechteck“, der die neuen Münchner Wohngebiete Messestadt Riem, Theresienhöhe und Panzerwiese kritisierte. Die Münchner Stadtplaner waren so erbost, dass sie einen Gegenbeitrag drehten. [12]

Im Westen (leider) viel Neues. Wohnen: Freiham Nord: 20.000 Bewohner in neuen Wohnungen, Gleisharfe Aubing 500 Wohnungen, Dorniergelände 320 Wohnungen, Aubing-Mitte, Colmdorfstraße: 410 Wohnungen, Aubing-Ost-Straße: 500 Wohnungen. Dazu Lochhausen: Spatzenwinkel mit 86 Reihenhäusern, Henschelstraße und Osteranger mit bis zu 800 Wohnungen. Gewerbe in Freiham-Süd, Triebwerksgelände. Jetzt schon in Freiham: Hornbach, Höffner, Büroflächen, Gewerbeflächen. In Langwied Gewerbegebiet Mühlangerstraße/Langwied. [13]

Freiham-Aubing-Verkehr. Die Bürger von Aubing-Lochhausen-Langwied befürchten seit Langem einen extrem steigenden Autoverkehr durch den Ausbau von Freiham-Nord (20.000 Bewohner) und Aubing-Mitte. Seit vielen Jahren forderten die Lokalpolitiker den Ausbau des ÖPNV: Verlängerung der U5, Taktverdichtung bei der S-Bahn. Eine U-Bahn wird noch lange fehlen, die S-Bahnen sind schon jetzt überfüllt. Der Anteil des Autoverkehrs liegt in München bei 37 Prozent, in Aubing-Lochhausen-Langwied liegt er bei 48 Prozent. Für Freiham sind drei Autobahn-Anschlüsse geplant. Der Aubinger Tunnel war für 65.000 Autos täglich ausgelegt und wird jetzt schon von 75.000 frequentiert. Nach Fertigstellung des ersten Wohnabschnitts in Freiham sollen es nach Prognosen 95.000 werden. [13]

Druck auf das Umland. In Gröbenzell stagniert die Bevölkerungszahl bei 40.000, im Münchner Stadtteil Freiham wird sie explodieren. Die Einwohnerzahl von Lochhausen könnte sich verdoppeln, wobei es hier kaum Infrastruktur gibt. Zum Einkaufen müssen die Bewohner nach Gröbenzell. Dazu kaufen Investoren auf Münchner Grund landwirtschaftliche Flächen und erhalten Baurecht. Lochhausen hat keinen Versammlungsraum und keine größere Turnhalle, von früher acht Lebensmittelläden zwei, es gibt noch zwei Bäcker, zwei Metzger, eine Tankstelle und ein Obstgeschäft, auch die Versorgung mit Schulen ist mangelhaft und wird das Gröbenzeller Schulwesen belasten. Die umfangreiche Kritik aus Gröbenzell am städtebaulichen Konzept für Lochhausen bleibt im Münchner Rathaus unbeantwortet. Ähnlich besorgt ist man in Puchheim: Der Bauboom in Freiham und Aubing erzeugt neue Verkehrsströme im Münchner Westen – mit dem entsprechenden Schleichverkehr. [14]

April 2016: Partizipations-Spektakel. Die LH München hatte drei Verkehrs-Workshops geplant: der erste war im Frühjahr 2016. Fazit des seit 30 Jahren in Aubing wohnenden Norbert Hartmann: „Diese Workshops sind irgendwie eine Farce. Die habe eine reine Alibi-Funktion.“ [13]

Niemand schuld. Die Leiterin der Hauptabteilung Stadtplanung in der LBK, Susanne Ritter, antwortete auf die Frage der SZ nach fehlenden Geschäften und fehlender sozialer Infrastruktur: „Die Taktung der privaten Baumaßnahmen liegt nicht in unserer Hand.“ [15]
Diese Antwort hätte auch von ihrem Amtsnachfolger, Michael Hardi, kommen können.

Planung der Freihamer Infrastruktur. Das Amt für Wohnen und Migration plant die Ausschreibung von zwei Nachbarschaftstreffs in der „Gartenstadt Freiham“ und eine Integrationsstelle für Flüchtlingsarbeit. Wenn die ersten Bewohner ab 2018 einziehen, wird es das Familienzentrum und die Senioren-Begegnungsstätte noch nicht geben. In Gebäuden der GWG und der Gewofag sind einige Sozialräume geplant, eine E-Bike-Ladestation, ein zentrales Nachbarschafts-Café. [16]

Freihamer Kulturzentrum. 2030 soll Freiham Nord fertig sein: Dann wurden dort 8000 Wohnungen für über 20.000 Einwohner gebaut. Für 23,2 Millionen Euro sollen dort eine neue Stadtteilbibliothek mit 1300 qm und ein Stadtteilkulturzentrum mit Versammlungssaal sowie eine Außenstelle der Volkshochschule gebaut werden. [17]

Gewerbehof Freiham. MGH-Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrums-Gesellschaft mbH: „Die MGH-Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrumsgesellschaft mbH ist eine Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt München. Ziele der Gesellschaft sind die Unterstützung und der Erhalt von kleinen und mittleren Handwerksbetrieben sowie die Förderung von Existenzgründern. Dazu dienen der Bau und der Betrieb von Gewerbehöfen, in denen die Betriebe optimale Räumlichkeiten vorfinden. Die Münchner Gewerbehöfe (MGH) Das Tochterunternehmen der Stadt“. [18] Auch der Gewerbehof Freimann-Süd, einer von nunmehr neun Standorten mit 450 Betrieben, soll von der MGH betrieben werden. Er ist an der Centa-Hafenbrädl-Straße 50 geplant. [19]

Wer Arbeitsplätze sät, wird Bewohner und Verkehr ernten (1). Im Stadtbezirk 22 Aubing – Lochhausen – Langwied werden derzeit fast 330.000 Fahrkilometer am Tag gefahren. In 15 Jahren wird in dem neuen Ortsteil Freiham mit 30.000 Bewohnern und 7500 Arbeitsplätzen wird der Verkehr um weitere 50 Prozent wachsen. Das Planungsreferat untersucht nun Lösungen, um den Zuwachs einzudämmen: vom Ausbau des ÖPNV (Verlängerung U5, 10-Minuten-Takt für S3, S4, S8) bis zur Einführung von Tempo 30 und neuen Straßen sowie der Ertüchtigung des Fahrradverkehrs. [20]

Wer Arbeitsplätze sät, wird Bewohner und Verkehr ernten (2). Freiham soll bis 2022 über eine Express-Buslinie bis zum Bahnhof Westendstraße an das U-Bahn-Netz angeschlossen werden. Auf der A 96 soll die Standspur für den Expressbus freigegeben werden. Die U 5 soll bis Freiham verlängert werden. Laut Stadtbaurätin Elisabeth Merk soll für den zweiten Realisierungsabschnitt Freiham-Nord bis zum Jahr 2028 das Baurecht geschaffen werden und bis 2035 sollen die Wohnungen errichtet sein. [21]

Freiham wächst: oder besser: wuchert. Der Bezirk Aubing – Lochhausen – Langwied wird das höchste Wachstum Münchens mit plus 80 Prozent in zwei Jahrzehnten haben. [22]

Städtische Mietwohnungs-Deals. Drei in Freiham ausgeschriebene städtische Flächen werden nur noch an private Bauträger vergeben, wenn diese 30 Prozent der Grundstücksfläche mit Mietwohnungsbau planen. In diesem Fall vergibt die Stadt zum aktuellen Verkehrswert im Erbbaurecht auf 60 Jahre. [23]

Teurer Bildungscampus. Die Planungen für den Bildungscampus in Freiham begannen 2013. Trotz Einsparungen von 49 Millionen Euro werden nun dessen Kosten mit 241 Millionen Euro veranschlagt. Enthalten sind eine Grundschule mit fünf Parallelklassen pro Jahrgang, ein Förderzentrum mit 19 Klassen, eine Realschule mit bis zu 30 Klassen und ein Gymnasium mit jeweils sechs Klassen pro Jahrgang. Ausgangspunkt für die Einsparung war vor einem Jahr die vom Schulreferat angegebene Summe von 4,5 Milliarden Euro für Sanierung und Erweiterung von Schulen, Die Kämmerei kam nach einer Überprüfung auf die doppelte Summe. [24]

Freihamer Landschaftspark. Beim entsprechenden Wettbewerb hat das Preisgericht sechs gleichwertige Preise vergeben. hutterreimann Landschaftsarchitektur, Franz Reschke Landschaftsarchitektur und Lützow 7 C. Müller J. Wehberg kommen aus Berlin, Hager Partner AG aus Zürich, KLA kiparlandschaftsarchitekten aus Duisburg und realgrün Landschaftsarchitekten aus München. Der Landschaftspark misst etwa 58 Hektar, ist zwei Kilometer lang und im Schnitt 250 Meter breit und hat zur Autobahn einen zwölf Meter hohen Lärmschutzwall. Die sechs Büros werden noch genauere Entwürfe abliefern, über die bis Juli 2017 entschieden wird. [25]

„Entlastungsstadt“. Die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk beschrieb im Mai 2017 die Situation Münchens als Stadt mit dem „höchsten Transformationsdruck“ durch größtes Bevölkerungswachstum bei Flächenknappheit. Dann ging sie auf Freiham ein: Hier entstünde in den nächsten 25 Jahren ein komplett neuer Stadtteil mit 25.000 Bewohnern, dazu ein Gewerbegebiet mit 7500 Arbeitsplätzen. Dazu schob sie den Schwarzen Peter der mangelhaften Verkehrsanbindung ungeniert auf andere: „Hätten die Kollegen in früheren Zeiten schon eine U-Bahn-Trasse hierher gebaut, wären wir jetzt froh.“ [26]
Wie es aussieht, wird Freiham keine Entlastungsstadt, sondern eine Belastungsstadt.

Juni 2017: Freihams Großinvestor Bayern. Der Freistaat hat von der LH München Grundstücke mit 17.920 qm gekauft, um ab 2018 Wohnungen und ein Haus für Kinder zu bauen. [27]

Freihamer Kriminalprävention. 25.000 künftige Bewohner sollen – und müssen – sich sicher fühlen. Deshalb schlägt die Kriminalprävention auf die Architektur durch: weite Blicksachsen, kleinteilige Bebauung im Inneren und geschlossene Bauten an der Freihamer Allee. Eine übersichtliche Parzellierung soll die soziale Kontrolle durch Nachbarn gewährleisten, ein Beleuchtungskonzept Dunkelbereiche vermeiden. [28]
Nicht erwähnt wird der mit Sicherheit anwesende Große Bruder in jeder Form von Videoüberwachung.

Zwischenstand Ende 2017. Zwei Grundschulen sind fertig, der Bildungscampus ist fast fertig geplant, 2018 beginnt der Wohnungsbau, Ende 2018 will die städtische Gewofag den Bau des Quartierzentrums anfangen mit dem Kulturzentrum (Wiener Büro AllesWirdGut) an der Aubinger Allee, u. a. mit Bildungslokal und Gesundheitszentrum. Die Gewofag baut auch bis 2021 Mini-Apartments für Geringverdiener und Obdachlose, dazu ab 2019 142 geförderte Wohnungen. Die städtische GWG baut etwa 170 geförderte Wohnungen, soziale Einrichtungen für Kinder, einen Nachbarschaftstreff. Demnächst werden städtische Grundstücke für 480 Wohnungen an Wohnbaugenossenschaften, für 230 Wohnungen an Baugemeinschaften und für 120 Wohnungen an private Bauträger vergeben. Auf weiteren Grundstücken wird der Konzeptionelle Mietwohnungsbau etwa 300 Apartments errichten und werden 70 frei finanzierte Wohnungen entstehen. 2018 soll das Freihamer Stadtteilzentrum neu vergeben werden, nachdem die Patrizia AG im September 2017 aufgekündigt hatte: Hier sollen neben 350 Wohnungen auch Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen angesiedelt werden. [29]

Februar 2018: Freihamer Entwicklungen. Der erste Bauabschnitt im Osten und Süden soll 2024 fertiggestellt sein, der zweite im Nordwesten ist in Planung und wird dichter bebaut. Um 2038 sollen hier in etwa 10.000 Wohnungen 25.000 Menschen wohnen. Dazu wird ein Bildungscampus gebaut mit einer fünfzügigen Grundschule, einer fünfzügigen Realschule, einem sechszügigen Gymnasium, dazu ein Förderzentrum, ein Sportpark, ein Stadtteilzentrum und 13 Kitas gebaut. 7500 Arbeitsplätze sind geplant. Der 58 Hektar große Landschaftspark soll 2022 zur Verfügung stehen. [30][31]

Zweiter Bauabschnitt (1). Der erste Bauabschnitt im Osten und Süden soll 2024 fertiggestellt sein. Für den zweiten Bauabschnitt auf 57 Hektar waren zunächst 5000 bis 6000 Wohnungen vorgesehen, jetzt sind es 7000. Der erste Preis des Architektenwettbewerbs für den zweiten Bauabschnitt mit rund 7000 Wohnungen ging an vier Büros: Hild und K Architekten (München), Sergison Bates Architects (London), von Ballmoos Krucker Architekten (Zürich), Studio Vulkan Landschaftsarchitekten (Zürich). [32]

Zweiter Bauabschnitt (2). Am 20.4.2018 wollte das Planungsreferat den Freihamer Altbürgern die Entwürfe des Architektenwettbewerbs vorstellen. Die SZ-Reporterin zählte eine Handvoll Anwohner. Der BA-Vorsitzende von Aubing-Lochhausen-Langwied, Sebastian Kriesel (CSU) benannte die drängendste Frage: „Der Verkehr ist schon unser Problem hier.“ Auch die wenigen Bürger wollten wissen, wo denn der Verkehr mit 25.000 Neubürgern zu- und abläuft. Die Antworten waren wenig hilfreich. Der Vorsitzende der Wettbewerbsjury, Thomas Jocher, äußerte sein Vertrauen, dass nicht alle das Auto nehmen würden. Stadtbaurätin Elisabeth Merk zufolge müsse das neue Quartier so strukturiert sein, dass die Bewohner kein Auto benutzen. Mit Merk sind es vier Stadtbauräte und -rätinnen, die mit Freiham zu tun haben. Ihr zufolge wird in Freiham nicht alles sofort möglich sein: „Wir haben ja schließlich keinen Zauberstab.“ [33]

Fachkongress zu Freiham. Am 21.6.2018 veranstaltet das Planungsreferat im Isarforum einen zweiten Fachkongress mit dem Titel „Lernendes Freiham“. Behandelt werden sollten u. a. die Themen Mobilität, Nachbarschaft, qualitätsvolles Bauen, aber auch das Beispiel anderer Viertel wie „Mitte Altona“ in Hamburg, „Nordhavn“ in Kopenhagen und „La Confluence“ in Lyon. [34]

Gut Freiham wird saniert. Die Edith-Haberland-Stiftung ist Mehrheitseigentümerin an der Augustiner-Brauerei. Sie hat 2014 das Gut Freiham erworben und renoviert das Anwesen aus dem 12. Jahrhundert. Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde 2016 fertig, jetzt sind die anderen Gebäude an der Reihe, u. a. das Gasthaus mit Biergarten. [35]

Genossenschaftswohnungen Freiham: keine Bewerbung. Die LH München fördert Baugenossenschaften als Mittel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. In Freiham wollte sie 20 bis 40 Prozent ihrer Flächen an Genossenschaften verkaufen, die dort etwa 1000 Wohnungen errichten sollten. Für einen ersten Bauabschnitt waren sechs Grundstücke eingeplant: von 2.9 Millionen (36 Wohnungen) bis 13,6 Millionen (147 Wohnungen). Die „Münchner Mischung“ hätte eine Mischung aus EOF-Wohnungen (einkommensorientierte Förderung), Wohnungen nach dem München-Modell (Mieter mit mittlerem Einkommen) und Konzeptionellem Mietwohnungsbau (KMB) ergeben. Die Stadt verkauft zum gängigen Verkehrswert; dazu dürfen für den Zeitraum von 60 Jahren die Wohnungen nicht in Eigentum umgewandelt werden, und die Mieten liegen innerhalb des Mietspiegels. Diese Vorgaben sollten mäßigend auf die Grundstückspreise wirken: Inzwischen sind diese für Genossenschaften zu hoch. Anfang 2016 lag der Quadratmeter Geschossfläche noch bei 940 Euro. In der Freihamer Ausschreibung waren schon 1420 Euro angesetzt. Christian Stupka berät neu gegründete Genossenschaften bei der Stattbau München GmbH und rät diesen inzwischen ab, bei solchen Preisen zu kaufen, da die Insolvenz drohe. Außerdem sind wegen des Münchner Baubooms die Angebote der Baufirmen inzwischen bis 40 Prozent höher als in den bisherigen Kostenberechnungen vorgesehen. Laut OB Dieter Reiter darf die Stadt Grundstücke nicht unter Wert respektive Verkehrswert verkaufen. Das Bewertungsamt soll nun die Grundstückspreise neu überprüfen. Im Planungsreferat will man zusammen mit Wohnungs- und Bauministerium überprüfen, ob die Bayerische Gemeindeordnung dies erlaube. [36][37]

Mitte kommt zwei Jahre später. An der Wiesentfelser Straße 68 wird 2021 ein Geschäftszentrum abgerissen: Dort entsteht das Freihamer Ladenzentrum – für etwa 25.000 Bewohner! Das Stadtteilzentrum sollte zuerst von der Patrizia AG gebaut werden, die aber im September 2017 ausstieg. Nun wird es von der Munich Future City West gebaut, einem Unternehmen der Münchner Grundbesitz Verwaltungs GmbH, die wiederum zur Rosa-Alscher-Gruppe gehörend. Munich Future City West hat vier Grundstücke mit 21.500 qm gekauft: Hier entstehen zwei Gebäude und zwei Hochpunkte mit 14 und 16 Stockwerken und 42.000 qm für Geschäfte, Dienstleistungen und Gastronomie. [38]

Bildungscampus im Rohbau. Im Freihamer Bildungszentrum wurde am 27.7.2018 Richtfest gefeiert: Die vier Schulen sind im Rohbau fertiggestellt. Es ist Münchens größtes Schulprojekt und wird 245 Millionen Euro kosten. Der Unterricht soll im Herbst 2019 beginnen. OB Dieter Reiter stichelte beim Richtfest gegen die „Transparenthalter“, nämlich Nachbarn oder politische Gegner, die vor jeder Baustelle demonstrieren und „versuchen, bauen zu verhindern“. [39]

Was kostet Freiham? Laut Zahlen der LH München werden folgende Kosten anfallen: 687 Millionen Euro für Schulen und Sport, 383,1 Millionen für Grundstückskäufe, 199,1 Millionen für Verkehrsbauten, 295,8 Millionen Kinderbetreuung, 151 Millionen Grünerschließung mit Landschaftspark. An Einnahmen entstehen 720,7 Millionen Euro Grundstücksverkaufe mit Erschließung und 129,4 Millionen Zuschüsse. Das ergibt einen negativen Saldo für die Stadt von minus 807,8 Millionen Euro. (Effern, Heiner, Krass, Sebastian, Ein neues Viertel? Macht 800 Millionen Euro, in SZ 17.1.2019))

Aufgestelztes Freihamer Zentrum. Vier Baufelder am S-Bahn-Halt Freiham sollen das Zentrum werden: mit Geschäften, Gastronomie, einem Hotel, Büros und Wohnungen. (Architekten: Störmer Murphy and Partners GbR, Hamburg mit WES LandschaftsArchitektur, Hamburg). Die vier Felder hat im Sommer 2018 die Rosa-Alscher-Gruppe gekauft (siehe oben, 18.7.2018); 90.000 qm Geschossfläche sollen insgesamt für fast eine halbe Milliarde Euro errichtet werden. Architekt Alexander Rosa-Alscher trat für den Bau von „richtigen Hochhäusern“ ein: „Wir können auch nicht weiter immer nur in die Fläche bauen, dafür ist unser Land zu klein.“ [40]
Die Aussage hat dann anscheinend die Büschl Unternehmensgruppe wörtlich genommen: mit dem Plan von zwei 155 Meter hohen Hochhäusern von Herzog & de Meuron an der Paketposthalle/Friedenheimer Brücke – und mit einer unerreichten Ausnutzung des Areals.
Vgl.: Paketposthalle

Mai 2019: Freiham wird noch größer. Stadtbaurätin Elisabeth Merk stellte die neuen Pläne für Freiham vor. Im ersten Bauabschnitt mit 85 Hektar sollen in den nächsten acht bis zehn Jahren etwa 4400 Wohnungen gebaut werden. Im zweiten Bauabschnitt auf 55 Hektar werden weitere 7000 Wohnungen geplant: Das sind bis zu 2000 mehr, als noch 2016 geplant wurden. Die Begründung des Planungsreferats: Der Wohnraum würde in München „dringend benötigt“.
Der zweite Bauabschnitt wird in zwei Bauphasen ablaufen. Für die erste sind auf 26 Hektar 3000 Wohnungen geplant. Der BA 22 Neuaubing – Lochhausen – Langwied kritisierte seit längerem die Entwicklung. Seine Fragen zur Fortführung der U 5, zum Ausbau der A 99 oder zur S-Bahn blieben bislang unbeantwortet, aber nun soll der BA schon zum zweiten Bauabschnitt Stellung beziehen. Dieser betrifft das Areal zwischen Hörweg im Norden, Aubinger Allee im Osten, dem ersten Bauabschnitt im Süden nördlich der Annemarie-Renger-Straße und dem künftigen Landschaftspark Freiham im Westen. [41]

Umstrittener zweiter Realisierungsabschnitt. Die Vertreter von CSU, Grünen, ÖDP und FDP haben im BA Aubing-Lochhausen-Langwied gegen die Stimmen der SPD am 11.12.2019 den zweiten Realisierungsabschnitt Freiham-Nord abgelehnt, weil die Infrastruktur für die geplanten 32.000 Bewohner nicht ausreichend sei. Die Verkehrserschließung sei ungenügend, ebenso hinke die soziale Infrastruktur hinterher. Der BA forderte weitere Nachbarschaftstreffs, ein weiteres Alten- und Service-Zentrum, Angebote für Senioren sowie Kinder- und Jugendarbeit. Der Stadtrat solle zuerst die vom BA gestellten zwölf Fragen beantworten, bevor er über den Aufstellungsbeschluss entscheidet. [42]

Februar 2020: Die Belastungsstadt. Mindestens 25.000 Neubürger und 7500 Arbeitsplätze in Freiham fordern ihren Preis: u. a. Verkehrsprobleme ohne Ende. Die letzten Wohnungen sollen Ende 2035 fertiggestellt werden, die Verlängerung der U 5 frühestens auch. Eine S-Bahn-Station in Freiham und eine in Aubing gibt es. Die Straßenerschließung ist mau. Von den 25 Stadtbezirken hat Aubing-Lochhausen-Langwied mit 80 Prozent in den nächsten zwei Jahrzehnten das höchste Bevölkerungswachstum. [43][22]

Februar 2021: Naherholungskonzept für Freiham. Die Aubinger Lohe liegt südlich von Lochhausen und nordwestlich von Aubing: Ihr Zentrum ist etwa zwei Quadratkilometer groß, insgesamt sind es rund sechs Quadratkilometer. Der BA Aubing-Lochhausen-Langwied will angesichts der Bevölkerungszunahme durch das Quartier Freiham ein Naherholungskonzept, um den „größtmöglichen Naherholungswert“ zu erziele. [44]

Freiham wächst, der Freiham-Verkehr wächst. Die Bewohnerzahlen für Freiham schwanken inzwischen von 25.000 bis 32.000. Zusätzliche 1000 Wohnungen erhöhen den Endausbau auf 11.700 Wohnungen. Die U5 soll nach Freiham soll nun schon bis zum Jahr 2029 verlängert werden. Eine Express-Buslinie soll die Interimszeit überbrücken. Die Autobahndirektion Süd prüft Varianten zum sechsspurigen Ausbau der A99 West. [45]
Nachtrag März 2021: Der BA hat den Entwurf des vom Planungsreferat beauftragten Planungsbüro Inovaplan für ein Verkehrskonzept kritisiert. Die Vorschläge kämen viel zu spät, sie enthalten kein Szenario für eine Reduktion der prognostizierten Verkehrszunahme von bis zu 50 Prozent im Jahr 2035, Verbesserungen des ÖPNV wurden nicht thematisiert, das Problem des nicht von Anwohnern verursachten Durchgangsverkehrs nicht behandelt. Eine vorgeschlagene Anbindung der Lochhausener Straße an die Autobahn würde Naturschutzgebiete und Siedlungen tangieren. [46]

Kulturzentrum für 30.000 Bewohner. „Der Stadtbezirk 22 liegt am westlichen Stadtrand Münchens und erfährt bis 2040 durch das 190 Hektar große Stadtentwicklungsgebiet Freiham einen enormen Bevölkerungszuwachs von rund 30.000 Neubürger*innen und eine damit einhergehende gesellschaftliche Durchmischung. (…) Aufgrund der erwarteten, neuen Bevölkerungsstruktur, ist für ein lebendiges gesellschaftliches Miteinander andererseits absolut erforderlich, dass sich zusätzlich neue Formen der kulturellen Teilhabe auch aus der Mitte der Freihamer Neubürger*innen bilden.“ [47] Als Zwischenlösung bis zur Fertigstellung des Kulturzentrums 2024 soll das UBO 9 in Aubing dienen.
Die risikoreichen Veränderungen durch 30.000 Neubürger werden noch ungeahnte Konflikte mit sich bringen.

Verkehr durch 40.000 Neubürger. Inzwischen rechnet Aubing mit 40.000 Neubürgern in den nächsten 20 Jahren. Trotzdem will der BA 22 zunächst keinen Straßenausbau. Robert Brenner (SPD), der Vorsitzende des Unterausschusses Planen, Bauen, Umwelt, schlug zunächst zwei neue Trassen vor. Die Vorsitzende des Unterausschusses Verkehr, Karin Binsteiner (Grüne), will die Priorität auf die U-Bahn bzw. den ÖPNV und den Radverkehr setzen. Beide Vorschläge Brenners wurden von allen Parteien außer der SPD abgelehnt. [48]

Erster Bauabschnitt vom zweiten Realisierungsabschnitt. 26 Hektar, 3000 Wohnungen, ein zweiter Schulcampus, 10 Kitas. Wieder einmal fand ein Live-Chat des Planungsreferats am 17.5.2021 statt. Ein Hauptthema: die völlig ungelösten Verkehrsprobleme im Münchner Westen durch 30.000 neue Bewohner. Die Verlängerung der U 5 ist für 2035 projektiert. Anwohner berichteten, die S 4 sei jetzt schon überfüllt, genauso wie die Bodenseestraße und alle Straßen in Altaubing. Das Münchner Mobilitätsreferat verwies auf die „kompakte Stadt“, wo fast alles mit Rad oder zu Fuß erledigt wird und der Autoverkehr auf 25 Prozent begrenzt würde. Chat-Teilnehmer verwiesen auf die fehlende spätere Infrastruktur. Ein Bürger kritisierte die nicht unterbrochene Blockrandbebauung an den Hauptverkehrsstraßen behindere den Luftaustausch. Antwort des Planungsreferates: Das Thema würde „sehr intensiv“ behandelt. Die Fläche von Freiham sei ein Kaltluft-Entstehungsgebiet, deshalb gebe es zur Durchlüftung ein „Grünband“ in Nord-Süd-Richtung und „Grünfinger“ in Ost-West-Richtung. [49]
Die Klimaerwärmung kommt unaufhörlich: Ob sich die gewaltige Versiegelung von Freiham mit Grünbändern und Grünfingern abmildern lässt, ist unwahrscheinlich.

Zuwachs-Probleme. Beim zweiten Realisierungsabschnitt von Freiham-Nord soll es eine leichte Reduktion von 7000 auf 6300 Wohnungen und damit auf 28.000 Neubürger geben. Das reduziert nicht die Verkehrsprobleme bei der Anbindung des neuen Viertels. Der Weg nach Aubing soll entweder über Eichenauer-, Wildenrother-, Gilchinger- und Altostraße erschlossen werden oder über eine neue Straße parallel zum Autobahntunnel an der A 99. Gegen beide Varianten schrieben 150 Anwohner Protestbriefe an das Planungsreferat. Am 22.6.2021 lehnte die Aubinger Bürgerversammlung beide Varianten ab. Der Individualverkehr soll durch die Aubinger Tempo-30-Zone führen, eine der kinderreichsten Gegenden von München. Robert Adam vom Mobilitätsreferat der Stadt antwortete: „Wenn ich Sie wäre, würde mich das auch stören.“ [50] Der ÖPNV bietet auch kaum Lösungen. Für Buslinien-Optimierungen fehle das Geld, so die MVG. Wege der 28.000 Neubürger forderten Aubinger ein neues Hallen- und Freibad und einen Badesee sowie einen Saal für Veranstaltungen.
Ein weiteres Problem stellt der Ärztemangel dar. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) sieht München überversorgt, aber laut Egbert Scherello von der Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing e. V. fehlen hier dann 75 Ärzte.
150 Aubinger schrieben an das Planungsreferat Briefe, die am 8.6.2021 im Rathaus abgegeben wurden. Sie protestierten gegen beide Anbindungsvarianten für Freiham. Es könne nicht sein, dass der ganze Verkehr von Freiham (mit in etwa der Bevölkerung von Fürstenfeldbruck) durch enge Aubinger Gassen zur überfüllten Altostraße geführt würde. [50][51]

Autobahn nagt am Landschaftspark. Die A 99 soll bis 2028 sechsspurig ausgebaut werden. Das kostet einen bis zu 40 Meter breiten Streifen auf etwa fünf Kilometer Länge des Freihamer Landschaftsparks: ungefähr 200.000 qm. Das Planungsreferat schlug als Kompensation einen Badesee mit 18 Hektar westlich der A 99 vor. Der BA Aubing – Lochhausen-Langwied sah hierin keine Alternative: Die FFH-Gebiete wie Moosschweige, Aubinger Lohe und beide Böhmerweiher dürften nicht als Ausweichgebiet hergenommen werden, weil nicht ausreichend Naherholungsflächen im Stadtbezirk zur Verfügung stünden. Deshalb soll der Freihamer Landschaftspark nicht kleiner werden als ursprünglich vorgesehen. [52]
Nachtrag Oktober 2021: Autobahn statt Landschaftspark. Die A 99 wird auf sechs Fahrbahnen erweitert: Das verkleinert den geplanten Landschaftspark, wie oben erwähnt, um 200.000 qm. Der Park ist „nachrangig“ gegenüber der Autobahn, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Müller. Die ÖDP hat am 6.10.2021 im Planungsausschuss angeregt, die gleiche Größe des Landschaftsparks mit einer Umplanung zuungunsten des Wohnungsbaus zu erhalten. Müller lehnte dies ab: Der Wohnraum sei zu wichtig. Auch eine Erweiterung auf die westliche Seite der A 99, wie es auch der BA 22 vorgeschlagen hatte, wurde abgelehnt. [53]

Aubing bekommt den Freihamer Verkehr ab (1). Das ist die Befürchtung der Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing. 10.500 Fahrzeuge zusätzlich könnten täglich durch Aubing fahren. Der Münchner Stadtrat hatte 2019 eine Untersuchung über zwei Straßenbauvarianten in Auftrag gegeben. Eine Variante mündet in einer geplanten Neubausiedlung mit 1000 Wohnungen, die andere würde den Grünpark über dem Aubinger Tunnel zerstören. Jürgen Müller von der Bürgervereinigung wies auf die Bevölkerungsentwicklung hin: Freiham bekommt in kurzer Zeit mit 30.000 Einwohnern mehr als Landesberg am Lech Einwohner hat (derzeit knapp 28.000). Die Lösungsmöglichkeiten für den ÖPNV wie Verlängerung der U 5 bis Freiham, 10.Minuten-Takt bei S 4 und S 8 etc. sind in weiter Ferne. [54]

Aubing bekommt den Freihamer Verkehr ab (2).Am 26.1.2022 findet der dritte Bürgerworkshop (digital) zur Anbindung von Freiham an Aubing statt: Eine vertiefte Machbarkeitsstudie soll diskutiert werden. Stadtverwaltung und Gutachter sollen zuvor formulierte Fragen beantworten. Der Bau einer Umgehungsstraße zeichnet sich ab. Bei der Variante 6 verläuft die neue Trasse von der Eichenauer Straße durch eine fiktive Neubausiedlung mit 1000 Wohnungen zum Germeringer Weg und die Aubinger Allee in Freiham-Nord. Die Realisierung der verschiedenen Varianten kollidiert mit Eingriffen in die Natur oder mit Verläufen auf Privatgrund. [55]

Neue Sozialbauprojekte. Die Regensburger Genossenschaft Raumfair baut in Kooperation mit dem Internationalen Bund (IB) in Freiham ein sechsstöckiges Gebäude namens „Z’am in Freiham“ mit 61 geförderten Wohnungen: Hier sollen Alleinerziehende, Körperbehinderte und Obdachlose einziehen. (In München gab es laut Statistik im September 2021 über 8100 Wohnungslose und 350 Obdachlose.) Die Wogeno und der Katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit bauen über die Kooperation „In Via“ ein Wohngebäude für Migranten. [56]

Freie Wohnungen in Freiham. Sechs genossenschaftliche Wohnbauprojekte gibt es in Freiham. Davon sind eine ganze Reihe nicht vergeben: Deshalb informierten die Genossenschaften darüber. Wogeno hat z. B. noch 16 Wohnungen zur Verfügung. Mitglied kann man bei Einhaltung bestimmter Einkommensgrenzen werden: Für einen Single-Haushalt liegt die Grenze bei 41.200 Euro. Progeno hat noch neun Wohnungen zur Verfügung. Quartiersmanager Reinhold Petrich zufolge könnten sich viele ein Leben am Stadtrand in Freiham noch nicht vorstellen: Vermutlich würden sich später viele fragen, warum sie keine Wohnung genommen hätten. [57]

Verdoppelte Einwohnerzahl. Die U 5 soll zwischen 2035 und 2040 in Betrieb gegen. Die A 99 soll ausgebaut werden. Von der Aubinger Allee in Freiham soll gemäß der Planung des Büros Obermeyer die „Variante 6“ zur Eichenauer Straße führen. Weiter geht es mit der „Variante 7a“ oder „Variante 7b“ zur Altostraße: beide Varianten stellen einen „erheblichen Eingriff in die Natur“ dar und würden den Aubinger Kulturpfad berühren. Die Bürgervereinigung Aubing – Neuaubing e. V. mit über 300 Mitgliedern wiederum hält einen Anschluss an die A 99 für unnötig. [58]

Arkaden-Bummeln. In der Fußgängerzone verbaut Signa die historischen Arkaden der Alten Akademie. Im Freihamer Stadtteilzentrum am Mahatma-Gandhi-Platz werden neue Arkaden gebaut. Das neue Zentrum wird mit 100.000 qm geplant (Störmer Murphy and Partners, Hamburg). Bauherren des Zentrums sind Munich Future City West und Isaria Projektentwicklung GmbH. Neben den Einkaufsflächen sind hier auch 500 Wohnungen, ein Hotel und Gewerbeflächen geplant: Baubeginn war 2021, der Bezug ist 2024 vorgesehen. [59]

Baden statt Kleingärtner. Nördlich von der Bodenseestraße und westlich von der A 99 soll der Freihammer Badesee entstehen. Viel mehr Platz gibt es nicht für das Naherholungsgebiet mit etwa 20 Hektar. Kleingärten sind im nördlichen Freihamer Landschaftspark geplant: Hier muss die Stadt noch die Flächen dafür kaufen. [60]

Probleme der Großstadt-Siedlung. 17. Mai 2022, Bürgerversammlung vom BA Aubing – Lochhausen  Langwied mit 200 Teilnehmern. Freiham wird 30.000 Einwohner haben: mehr als z. B. Lindau oder Garmisch-Partenkirchen. BA-Vorsitzender Sebastian Kriesel (CSU) äußerte, er sei „schockiert“ über die schon jetzt bestehende Verplanung des Grünzugs zwischen Neuaubing und Freiham. Der Vorsitzende der Bürgervereinigung Aubing – Neuaubing, Jürgen Müller, bat die Stadt, die zwischen der Autobahn und Aubing geplante Neubausiedlung mit 1000 Wohnungen erst einmal nicht zu bauen, da die Grünfläche als Naherholungsfläche benötigt werde. [61]

Das Fahrrad soll es retten. Das Mobilitätskonzept für den zweiten Realisierungsabschnitt von Freiham sieht einen Vorrang für Fuß- und Radverkehr und den ÖPNV vor. Gleichzeitig soll das Angebot an Auto-Stellplätzen verringert werden. Die „Fahrradabstellsatzung“ sieht einen Stellplatz pro 40 qm Wohnfläche vor: Diese Quote ist für den BA zu niedrig und soll bei den Wohngebäuden und in den Parkhäusern erhöht werden, ohne dass die Versiegelung zunimmt. [62]

Schlosswirtschaft macht wieder auf. Seit September 2014 war die Freihamer Schlosswirtschaft geschlossen. Die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die 1996 aus der Augustiner Brauerei entstand, hat das Schlossgut einschließlich des Schlosses aus dem 17. Jahrhundert gekauft und seit 2020 saniert. Im September 2022 soll die Schlosswirtschaft mit Biergarten wiedereröffnet werden. [63]

„Urbane Freihamer Mitte“?. 30.000 Bewohner, knapp 15.000 Arbeitsplätze: Freiham sucht eine Mitte. Die soll nördlich vom S-Bahnhof Freiham entstehen: Am 25.7.2022 war Grundsteinlegung. Für 500 Millionen Euro soll „Zam“ entstehen, von der Rosa-Alscher-Gruppe und der Isaria Projektentwicklungs GmbH. Das Hamburger Architekturbüro Störmer Murphy and Partners hat vier höhere Gebäude mit 27000 qm Verkaufsflächen plus einem 60-Meter-Wohnhochhaus geplant. Hinzu kommen 470 Wohnungen, Gewerbeflächen mit 16.000 qm plus Einzelhandel und Gastronomie. Versprochen wird ein Entrée des Quartiers, ein lebendiger Marktplatz und Diverses mehr. Gebaut wird ein Waren- und Dienstleistungszentrum, um die wohnortnahe Versorgung der 30.000 Bewohner zu ermöglichen. [64]

Fußnoten und Quellen

  1. Kritik an „bürgerferner“ Freiham-Ausstellung, in SZ 28.4.1984
  2. Freiham-Ausstellung jetzt auch in Aubing, in SZ 18.5.1984
  3. Fürstweger, Walter, Freiham soll Freiland bleiben, in SZ 1.6.1984
  4. Faltlhauser: Freiham ist zu groß geplant, in SZ 13.6.1984
  5. CSU: Teilflächen von Freiham für Gewerbeansiedlung, in SZ 9.3.1985
  6. Dürr, Alfred, Auch Grüne machen Front gegen Freiham, in SZ 9.1.1997
  7. Fiok, Marcena, 8500 Unterschriften gegen die Siedlung Freiham, in SZ 10.1.1997
  8. Krause, Michael, Aus dem Westen viel Neues, in SZ 25.1.2001
  9. Lotze, Birgit, Gut Freiham als Insel, in SZ 29.8.2003
  10. Schmidt, Wally, Bebauung von Freiham entzweit die Gemüter, in SZ 13.1.2006
  11. Schmidt, Wally, Münchens größte Baustelle, in SZ 17.8.2007
  12. Rost, Christian, Tante Emma gegen Shopping Mall, in SZ 3.4.2010
  13. Draxel, Ellen, Baustelle West, in SZ 20.4.2016
  14. Skepsis im Grenzgebiet, in SZ 20.4.2016
  15. Dürr, Alfred, Lebendige Orte, in SZ 20.4.2016
  16. Draxel. Ellen, Beziehungen stiften, in SZ 3.6.2016
  17. Kotteder, Franz, Zukunftsmusik, in SZ 3.6.2016
  18. https://www.mgh-muc.de/wir-ueber-uns/gesellschaft
  19. Draxel, Ellen, Gewerbehof geplant, in SZ 11.11.2020
  20. Draxel, Ellen, Fahrplan in die Zukunft, in SZ 5.12.2020
  21. Draxel. Ellen, Übergangslösung beschlossen, in SZ 10.12.2020
  22. Freiham wächst, in SZ 23.12.2020
  23. Guter Preis für ein gutes Angebot, in SZ 21.6.2016
  24. Staudinger, Melanie, Platz ist Geld, in SZ 25.10.2016
  25. Draxel, Ellen, Schön grün, in SZ 18.11.2016
  26. Draxel, Ellen, Visionen für die „Entlastungsstadt“, in SZ 11.5.2017
  27. Freistaat baut in Freiham, in SZ 7.6.2017
  28. Für ein gutes Gefühl, in SZ 21.6.2017
  29. Draxel, Ellen, Eines nach dem anderen, in SZ 28.12.2017
  30. Hutter, Dominik, Aus dem Winterschlaf, in SZ 24.2.2018
  31. Hutter, Dominik, Auf verschlungenen Pfaden, in SZ 24.2.2018
  32. Hoben, Anna, Das Haidhausen der Moderne, in SZ 21.4.2018
  33. Draxel, Ellen, Ein Generationenwerk, in SZ 23.4.2018
  34. Freihams Zukunft planen, in SZ 9.6.2018
  35. Czilwik, Sofie, Dorf im Neubaugebiet, in SZ 14.6.2018
  36. Hoben, Anna, Genossenschaften kapitulieren vor Grundstückspreisen, in SZ 20.6.208
  37. Hoben, Anna, Die Stadt muss dem Markt trotzen in SZ 20.6.2018
  38. Draxel, Ellen, Warten auf die Mitte, in SZ 14.7.2018
  39. Meyer, Robert, Neue Heimat für 3000 Schüler, in SZ 28.7.2018
  40. Dürr, Alfred, Entree auf Stelzen, in SZ 20.3.2019
  41. Draxel, Ellen, Wachsender Riese, in SZ 27.5.2019
  42. Draxel, Ellen, Verweigerung als letztes Mittel, in SZ 13.12.2019
  43. Krass, Sebastian, Wird die Entlastungsstadt zur Belastung?, in SZ 12.2.2020
  44. Draxel, Ellen, Ungestörtes Naturbaden,, in SZ 9.2.2021
  45. Draxel, Ellen, Grau verdrängt Grün, in SZ 27.5.2020
  46. Draxel, Ellen, Szenario ohne Perspektive, in SZ 5.3.2021
  47. https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kulturreferat/Stadtteilkultur/Stadtteilkulturhaeuser/Ausschreibung.html
  48. Draxel, Ellen, Bloß keine neuen Straßen, in SZ 31.3.2021
  49. Draxel, Ellen, Vorbild Schwabing, in SZ 19.5.2021
  50. Draxel, Ellen, Im Westen wachsen die Sorgen, in SZ 24.6.2021
  51. Draxel, Ellen, Protestschwemme im Briefkasten, in SZ 10.6.2021
  52. Draxel, Ellen, Grüne Schneise wird stark gestutzt, in SZ 21.8.2021
  53. Draxel. Ellen, Krass, Sebastian, Vom Verkehr abgeschnitten, in SZ 9.10.2021
  54. Draxel, Ellen, Aubing nicht für Freiham opfern, in SZ 15.10.2021
  55. Draxel, Ellen, Entlastung für Aubinger Ortskern, in SZ  3.1.2022
  56. Draxel, Ellen, Tür an Tür, in SZ 17.11.2021
  57. Hertel, Christina, Wollen Sie nach Freiham ziehen?, in Abendzeitung 29.1.2022
  58. Draxel, Ellen, Varianten für den Westen, in SZ 3.2.2022
  59. Draxel, Ellen, Innenstadt-Flair für Freiham, in SZ 7.3.2022
  60. Badesee lässt keinen Platz für Kleingärten, in SZ 9.3.2022
  61. Draxel, Ellen, Frisch bezogen und schon im Stress, in SZ 19.5.2022
  62. Viel Fahrrad für Freiham, in SZ 11.6.2022
  63. Götte, Karl-Wilhelm, Freihamer Schlosswirtschaft vor Wiedereröffnung, in SZ 16.7.2022
  64. Draxel, Ellen, Die Skyline im Westen wächst, in SZ 26.7.2022
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