Moloch München Eine Stadt wird verkauft

CA Immo

C
Titelbild: © Oswald Baumeister / Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. []

Aktualisiert 1.2.2023

„CA Immo wurde 1987 aufgrund der Geschäftsidee von Karl Petrikovics gegründet, notiert seit 1988 an der Wiener Börse und wird seit April 2007 im Prime Market gehandelt. Die Aktien befinden sich zu rund 74 % im Streubesitz, Kernaktionär mit 26 % (Stand: Juli 2018) ist Starwood (SOF-11 Klimt CAI S.à r.l.). Im Zuge der Expansionsabsichten für die Märkte in Deutschland übernahm CA Immo im Dezember 2007 die deutsche Vivico Real Estate GmbH für 1,03 Milliarden Euro. Anfang 2011 übernahm CA Immo die Immobilientochter der Österreichischen Volksbanken Gruppe (ÖVAG) und baute dadurch ihr Portfolio in Ost- und Südosteuropa deutlich aus. Mit Stand Dezember 2018 sind 382 Mitarbeiter in Österreich, Deutschland und CEE tätig. Projekte in München: Baumkirchen, Ambigon/Nymphenburg, Arnulfpark, Eggarten-Siedlung, Kontorhaus, Langes Land, MY.O, NEO, SKYGARDEN, VIERTEL FOUR. [1]

Aus Wikipedia: Karl Petrikovics (* 20. Mai 1954 in Eggenburg, Niederösterreich) ist ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Constantia Privatbank, der Immofinanz AG und der damit verbundenen Immoeast AG. Er gilt als einer der Hauptverantwortlichen in einem der größten Wirtschaftskriminalfälle in Österreich rund um den Immobilienkonzern Immofinanz und die damit verbundene Constantia Privatbank. Petrikovics wurde am 12. April 2013 wegen Untreue zu sechs Jahren unbedingter Haft verurteilt. Neben ihm war der ehemalige Aufsichtsrat Helmut Schwager und der ehemalige Leiter des Rechnungswesens Christian Thornton angeklagt, beide wurden ebenfalls zu Haftstrafen (letzterer nur bedingt) verurteilt. Die Urteile sind mit Oktober 2015 rechtskräftig geworden. Durch den Umstand, dass viele Kleinaktionäre über den Allgemeiner Wirtschaftsdienst (AWD), heute Swiss Life Select, von den Aktionen aus dem Umfeld der Immofinanz direkt betroffen sind, kam es zu einem großen medialen Interesse.“

Langes Land: Nächste Großsiedlung in Feldmoching-Hasenbergl. In der Nähe des Lerchenauer Felds soll eine Siedlung mit 900 Wohnungen und rund 90.500 Quadratmetern Geschossfläche für etwa 2000 Bewohner entstehen. Bauherr und Eigentümer ist CA Immo. Das etwa 11,6 Hektar große Areal liegt südlich vom S-Bahnhof Feldmoching zwischen der Bahnstrecke und der Lerchenstraße im Süden, der Ratoldstraße im Osten und der Raheinstraße im Norden. Mitglieder des BA 24 Feldmoching – Hasenbergl kritisierten bei der Sitzung im April 2021 drohende Verkehrsprobleme und nicht abgelieferte Gutachten der Stadt sowie fehlende Treffpunkte für die Bevölkerung. Stadtrat und BA-Mitglied Dirk Höpner (München-Liste) kritisierte die gestiegene Zahl von Wohnungen im Lauf des Planungsprozesses, den Wegfall von Versorgung und Infrastruktur und die bis zu achtstöckigen Häuser. CSU, ÖDP und München-Liste lehnten den Entwurf ab, SPD stimmte dafür, die Grünen stimmten zur Hälfte gegen das Bauprojekt, das mehrheitlich abgelehnt wurde.
Nachtrag Juli 2021: Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung hat gegen die Stimmen von AfD, FW/ÖDP und München-Liste die Änderung des Flächennutzungsplans für das Wohngebiet Langes Land von CA Immo beschlossen. Der BN kritisierte u. a. die weitere Versiegelung der ehemaligen Landwirtschaftsfläche, die zu erwartende Temperaturerhöhung und den Wegfall einer Frischluftschneise. Die Fachleute der Stadt gaben an, der Korridor an der Bahntrasse soll als Frischluftschneise dienen, außerdem seien ökologische Ausgleichsflächen geplant. [2]
Nachtrag Dezember 2022: Das östlich der Bahnlinie gelegene, 11,6 Hektar große Areal ist etwa 1,5 Kilometer lang und rund 120 Meter breit. Hier sollen 900 Wohnungen für etwa 2000 Bewohner auf vier Baufeldern nördlich und acht Baufelder südlich der Mitte des neuen Viertels gebaut werden. Schallschutzwände mit bis zu 4,50 Meter Höhe sollen den Bahnlärm absenken. Viele anwohnenden Feldmochinger haben die Größe des Neubauquartiers kritisiert („Klein-Manhatten“). Der BN warnte vor negativen Folgen für das Stadtklima, da bislang unbebaute Flächen versiegelt werden. Das Planungsreferat zog seinen Uralt-Kalauer heraus, dass München dringend Wohnungen brauche, und dieses Grundstück sei dafür ideal geeignet und der Versiegelungsgrad noch akzeptabel. Die Mitglieder im Planungsausschuss, Stadtrat Paul Bickelbacher (Grüne), Stadträtin Simone Burger (SPD) und Stadtrat Alexander Reissl (CSU) lobten die „besterschlossene Lage“. Nur Stadtrat Dirk Höpner (München-Liste) stimmte gegen den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan. Den Baubeginn konnte CA Immo noch nicht benennen. [3]

CA Immo verkauft Langes Land. Der Münchner Stadtrat hatte am 8.12.2022 2022 für CA Immo den Bebauungsplan beschlossen: An der Ratold-/Raheinstraße liegt das 90.000 qm große Grundstück mit Baurecht für 925 Wohnungen und einer Geschossfläche von etwa 90.500 qm. Bereits am 22.12.2022, zwei Wochen später, wurde der Verkauf des Areals von CA Immo an die Empira Group  mit Sitz im Kanton Zug/Schweiz beurkundet. Zitat CA Immo: „Der erzielte Verkaufspreis übersteigt signifikant den letzten Buchwert vom 30.9.2022.“ [4]

Vergleiche auch: Eggarten

Fußnoten und Quellen

  1. https://de.caimmo.com/de/standort-muenchen
  2. Sobotta, Jerzy, Zu hoch, zu dicht, zu viel Verkehr, in SZ 21.4.2021; Hruschka, Lea, Leben im „Langen Land“, in SZ 2.7.2021
  3. Steinbacher, Ulrike, „Klein-Manhatten“ im Langen Land, in SZ 15.12.2022
  4. www.caimmo.com, PM CA Immo veräußert Wohnquartiersentwicklung „Langes Land“ in München, 18.1.2023; CA Immo verkauft gewinnbringend „Langes Land“, in la24muc.de/20821, 18.1.2023
Moloch München Eine Stadt wird verkauft

Nicht angemeldet > Anmelden