Moloch München Eine Stadt wird verkauft

Accumulata

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Titelbild: © Oswald Baumeister / Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. []

Aktualisiert 28.5.2022

Die Accumulata Immobilien Development GmbH ist u. a. beteiligt am Bau der Siedlung „Am Südpark“, des „Südwink“, der „Macherei“ in Laim, Theresie, Palais an der Oper, vergleiche hierzu die Pandora Papers: [1]
Dazu gab es weitere Aktivitäten; Neuhauser Straße 20, Elsenheimer Straße 31, Karl-Scharnagl-Ring, Medienfabrik, TakeOFF, Auron, Life, Aviva. [2]

Linhof-Gelände. 2020 übernahm Accumulata die Projektierung des Linhof-Geländes an der Rupert-Mayer-Straße 45 im Auftrag der Linhof-Geschäftsführung. Geplant sind 1500 Gewerbearbeitsplätze, eine Tiefgarage mit 500 Stellplätzen sowie Gastronomie und Einzelhandel. [3]

Neuhauser Straße 20. Das Gebäude, in dem Karstadt Sports untergebracht war, wurde im Auftrag des Eigentümers Wilhelm von Finck-Gruppe von Accumulata umgebaut. Die Bauarbeiten begannen im 1. Quartal 2021 und dauern bis 2023. [4]
Vgl. auch: Palais an der Oper

Motorama. Im Januar 2021 hat die US-Immobilienfirma Angelo Gordon das Motorama vom israelischen Immobilienunternehmen Gazit für 87 Millionen Euro gekauft: Accumulata soll als lokaler Partner für Angelo Gordon handeln. „Ein Sprecher von Accumulata, die unter anderem – jeweils mit Partnern – das Palais an der Oper saniert und das neue Büroquartier ‚Macherei‘ in Berg am Laim gekauft hat, lehnt jede Stellungnahme zum Thema ab.“ [5]
Vgl. auch: Palais an der Oper

Öffentliche Luxus-Mieten. Das Münchner Immobilienunternehmen Accumulata wurde im Februar 2021 von der Euro Real Estate (Wilhelm von Finck Gruppe) mit dem „Redevelopment“ des Anwesens Neuhauser Straße 20 mit insgesamt etwa 14.000 qm beauftragt. Der bisherige Mieter Karstadt Sports (Signa Gruppe) hat die Räumlichkeiten im Zuge eines Schutzschirmverfahrens aufgegeben. Baubeginn ist das erste Quartal 2021, die Fertigstellung soll 2023/24 erfolgen. Die Accumulata-Geschäftsführer erklärten, ein „modernes, flexibles und drittverwendungsfähiges Mixed-Use-Gebäude“ zu schaffen und verwiesen auf ihre Redevelopment-Projekte Forum Steglitz in Berlin und Elisenhof und MONA in Müchen. [6]
Hauptmieter mit etwa 9600 qm wird die Max-Planck-Gesellschaft: Sie überbietet noch das Bayerische Innenministerium, das 40 Euro Miete pro qm im ehemaligen Firmensitz der Linde-AG am Oberanger bezahlte. Zu dem von Experten genannten Quadratmeter-Preis von 47 Euro erklärte die MPG, er sei niedriger. [7]

Hotel Cristal. Das früher im Familienbesitz befindliche Hotel Cristal im Bahnhofsviertel wurde von Accumulata und dem Investor Axa IM Alts gekauft: Dort soll ein Bürogebäude in Holzrahmenbauweise entstehen. [8]

Der nächste russische Käufer. Die splendide Villa in der Flüggenstraße 5 in der Nymphenburger Villenkolonie Neuwittelsbach gehörte bis 2010 Accumulata, die dort früher auch ihren Firmensitz hatte. Dann verkaufte Accumulata für 3,65 Millionen Euro die Villa an ein Ehepaar aus Moskau. Der Ehemann, ein Oligarch, gilt als enger Gefolgsmann von Wladimir Putin. Die Käufer wurden laut Accumulata über einen Makler vermittelt. Der Bodenrichtwett stieg laut SZ-Bericht von 1800 Euro Ende 2010 auf 6300 Euro Ende 2020. Bis Anfang 2022 stand auf dem Klingelschild der Name Accumulata: Nach dem Hinweis der SZ wurde dieses nun entfernt. [9]

Axa-Konzern baut am Bahnhof. Eine Investmentgesellschaft des Versicherungskonzerns Axa hat die ehemaligen Hotels Dolomit in der Goethestraße 11 und Cristal in der Schwanthalerstraße 36/38 gekauft und Accumulata mit der Umsetzung der Neubauten beauftragt. Hier soll bis 2025 ein Bürokomplex mit etwa 14.500 qm Geschossfläche für etwa 1000 Arbeitsplätze entstehen. Das ausführende Architekturbüro Wilmotte betonte bei der Vorstellung der Pläne vor der Stadtgestaltungskommission, es solle ein möglichst nachhaltiger Neubau werden – mit Holz-Hybrid-Bauweise, Pflanzen in den Fassadennischen und einer aufwendigen Dachlandschaft. Die Landschaftsarchitektin Doris Grabner aus Freising zeigte sich skeptisch, da eine Begrünung nicht schon von allein nachhaltig sei und die Fassadenbegrünung oft aufwendige Pflegemaßnahmen mit Hausmeistern und Steiger nötig machen. Kritisiert wurde von der Stadtgestaltungskommission auch der Abriss der zwei Hotels und damit die Vernichtung von grauer Energie. Der Bauherr hätte aber laut Auskunft des Architekturbüros einen Umbau der Bestandsbauten abgelehnt. [10]
Vgl: Graue Energie

Fußnoten und Quellen

  1. Pandora Papers: Die russische Spur in die Maximilianstraße
  2. https://www.accumulata.de/projekte/
  3. Wolfram, Jürgen, Mit neuem Ambiente in die Zukunft, in SZ 18.12.2020
  4. Früherer Karstadt Sports wird umgewandelt, in SZ 5.2.2021
  5. Krass, Sebastian, Motorama erneut verkauft, in SZ 14.1.2021
  6. http://www.deal-magazin.com/news/3/99026/Ex-Karstadt-Sports-Gebaeude-am-Muenchner-Stachus-wird-neupositioniert
  7. Krass, Sebastian, Forscher ziehen in früheren Karstadt Sports, in SZ 22.12.2021
  8. Anlauf, Thomas, Veredelung statt Elend, in SZ 12.3.2022
  9. Krass, Sebastian, Ott, Klaus, Die Villen der reichen Russen, in SZ 8.4.2022
  10. Krass, Sebastian, So unruhig wie ein Hut beim Pferderennen, in SZ 13.5.2022
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